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Dienstag, 1. September 2026

Kalender 2026 Nahaufnahme - September

 

Seltene Spezies

Gabi Fischer

 


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Meine Inspiration für diesen Quilt sind die Arbeiten der australischen Künstlerin Annemieke Mein, die sehr genaue Naturbeobachtungen gemacht und Insekten, Vögel und Pflanzen kunstvoll, detailliert und auf charmante Art und Weise dargestellt hat. Besonders die zarten, natürlichen Farben gefallen mir.

Die Stoffe des Hintergrunds sind Ecoprints von Baumblättern, die Details wurden mit Organza gestaltet. Die Seide für den Schmetterling habe ich mit einer speziellen Technik im Farbverlauf gefärbt. Die „Spezies“ ist erfunden.

Montag, 1. Dezember 2025

Kalender 2025 Europa - Dezember

Österreich: Donau-Barock

Gabi Fischer
 

 
 
Die "Straße der Kaiser und Könige" prägt mit ihren monumentalen barocken Bauwerken in "Habsburger Gelb" die Landschaft entlang der Donau. Eines der Juwelen ist das Stift Melk in der Wachau.
 
Meinen Quilt habe ich aus selbst gefärbten und bedruckten Stoffen genäht und mit der Maschine gequiltet und bestickt. 

Sonntag, 1. September 2024

Kalender 2024 Freising in Bayern - September

 

Tracht ist Heimat

Gabi Fischer




„Die Bayern“ sind auch in der heutigen Zeit noch tief verwurzelt in ihrer traditionellen Lebensweise. Dabei ist es kein Widerspruch, Wissenschaft und modernste Technologien für eine erfolgreiche Wirtschaft und ein Leben in Wohlstand zu entwickeln, und gleichzeitig altes Brauchtum, Musik und Tanz, Handwerk, Architektur und sogar eine eigene Sprache zu pflegen.

Das höchste Gut ist für die Bayern die Freiheit – die eigene und die der Anderen: „Leben und leben lassen“ ist die Devise. Gleichzeitig gibt es ein großes Gefühl der Gemeinschaft und Zusammengehörigkeit. Äußeres Zeichen dafür ist die Tracht, die selbstbewusst und gerne zu besonderen Anlässen und teilweise auch im Alltag getragen wird. Es gibt viele regionale Unterschiede, gemeinsam ist ihnen aber die hohe Qualität der Materialien und der handwerklichen Herstellung.

 

Maschinengenäht, Maschinenapplikation, Hand- und Maschinenstickerei; Siebdruck, Abdruck von Häkelspitzen, Schablonendruck
spezielle traditionelle Techniken: Handstickerei Kreuzstich, Smok, Rüschen, gestepptes Mieder mit Peddigrohr ausgesteift, handgeknüpfte Fransen, Klöppelspitze, Goldstickerei, Charivari (Kette mit Anhängern)

Montag, 1. Mai 2023

Kalender 2023 Schrift - Mai

Dornröschen

Gabi Fischer 



Als wir uns das Thema „Text“ für unseren Kalender 2023 stellten, kam mir die Idee, Geschichten aus meiner Kindheit aufzugreifen und neu zu denken. Die eindringlichste dieser Geschichten ist wohl die von Dornröschen, die wegen einer beleidigten Tante ein schlimmes Schicksal erleiden muss, aber am Ende auf wundersame Weise von einem Prinzen gerettet wird.

 
„Rings um das Schloss aber begann eine Dornenhecke zu wachsen, die jedes Jahr höher und höher wurde und irgendwann das ganze Schloss umzog und darüber hinauswuchs, so dass nichts mehr davon zu sehen war. Selbst die Fahne nicht auf dem Dach.
Es ging die Sage im Land von dem schönen, schlafenden Dornröschen, wie die Königstochter genannt wurde. Von Zeit zu Zeit kamen Königssöhne und versuchten, durch die Hecke in das Schloss zu kommen. Es war ihnen aber nicht möglich, denn die Dornen hielten fest zusammen, als hätten sie Hände. Die Jünglinge blieben darin hängen, konnten sich nicht wieder befreien und starben eines jämmerlichen Todes.“ 

Für den Quilt habe ich zuerst einen passenden Stoff für die Mauer gefärbt – natürlich waren mehrere Versuche nötig, und ich kann jetzt noch viele Mauern quilten... 

Die Textpassage aus dem Märchen der Gebrüder Grimm habe ich zunächst als Kalligraphie mit einem Stabilo Pen 68 brush auf Papier gestaltet, dann mit dem Kopierer auf die gewünschte Größe vergrößert und auf Avalon Folie abgepaust. Danach habe ich die Folie auf den Stoff geheftet und die Buchstaben mit der Maschine gestickt. Im oberen Bereich wurde der Text ausgeschnitten, wobei in diesem Bereich der Stoff mit Vliesofix und einer zweiten Lage Stoff verstärkt wurde. Mein Ziel war, dass ein Teil der Schrift transparent wird, sodass man durch die Lücken einen Blick in den „Palast“ (einen goldenen Hintergrund) werfen
kann. Der Rest der Schrift sollte wie ein Graffito auf die Mauer gequiltet werden. Beim Ausschneiden der Buchstaben mit einer kleinen Schere wurde leider der Nerv in meinem rechten Daumen „beleidigt“, sodass der Finger taub wurde. Da waren erst mal 3 Monate Pause angesagt – der Finger ist wieder gut. 

Vor dem Zusammensetzen der Quiltlagen wurden in dem durchbrochenen Teil die Ranken aufgestickt, dann der Quilt zusammengesetzt und die Mauersteine gequiltet, zuletzt die Ranken im unteren Bereich gestickt.
Inzwischen gibt es einen zweiten Quilt in dieser bislang kurzen Serie: „Hänsel und Gretel“. Er wurde in die Ausstellung „T bis M“ der Patchworkgilde aufgenommen und ist derzeit in Dinkelsbühl zu sehen.

Samstag, 1. Oktober 2022

Kalender 2022 Gegensätze - Oktober

Vanilleeis mit heißen Himbeeren

Gabi Fischer


 

 
Sommer, Sonne und ein leckerer Eisbecher – ein Genuss an heißen Tagen. Besonders der Kontrast
zwischen dem kalten Eis und den heißen Beeren, zwischen süß und sauer, und zwischen den beiden
Farben Zartgelb und Dunkelrot verspricht ein Geschmackserlebnis der Extraklasse.
Der Sommer ist zwar endgültig vorbei, aber der farbenfrohe Quilt erinnert nochmal an die sonnigen
Tage im Traumsommer 22.
Die Stoffe sind selbst gefärbt und bedruckt, mit Schablonen- und Siebdruck. Einige sind durch
Monoprint oder Eiswürfel-Färbung entstanden. Gedruckt wurde nach dem Zusammensetzen des
Quilttops.
Mit den Quiltnähten in Schlangenlinien wollte ich nochmal die „Himbeersoße“ andeuten, die über
die „Eiskugeln“ läuft.

Sonntag, 1. August 2021

Kalender 2021 - Zeitreise August

Quilt von Gabi Fischer

Westöstlicher Stammbaum

Meine „Zeitreise“ geht zurück zur Zeit des geteilten Deutschlands und zur Wiedervereinigung. Bei dem Thema fällt mir als erstes die Geschichte meiner eigenen Familie ein, die für viele Jahre durch die innerdeutsche Grenze in zwei Teile geteilt war. Zuerst waren gar keine gegenseitigen Besuche möglich. Als ich klein war, durften wir „Westler“ dann mit dem Zug zu unseren Verwandten fahren, nachdem vorher eine Unmenge von Formalitäten zu erledigen war. Ich erinnere mich an schier endlose nächtliche Zugfahrten in ein Land, das mir fremd war. Ein Gegenbesuch der Verwandten bei uns war noch nicht möglich.

In den Siebzigerjahren durften wir dann mit dem Auto fahren. Immer noch waren viele Dokumente zu beschaffen, die Familie wurde mit neuen Klamotten ausgestattet und das Auto mit Geschenken vollgepackt: viele Dinge, die es „drüben“ nicht zu kaufen gab und auf den Wunschlisten meiner Tanten und Cousins standen („Es jibt ja nüscht!“). Manches war allerdings nicht erlaubt, z.B. Bücher.
Die Grenzkontrollen waren immer sehr aufregend, meine Mutter den Tränen nah. Alles wurde genau untersucht, das Waschmittelpaket geröntgt und immer wieder die Papiere genau studiert. Man musste auch eine bestimmte Menge D-Mark in DDR-Mark umtauschen, für die man aber kaum Verwendung hatte. Der Aufenthalt bei den Tanten war aber immer sehr herzlich und voller Kuchen und Leberwurstbrote. Der Westbesuch war natürlich eine willkommene Abwechslung im DDR-Alltag.

Mit der Zeit wurden die Reisebeschränkungen etwas gelockert, Rentner durften in den Westen reisen, und meine Cousins durften zu meiner Hochzeit kommen (allerdings ohne Familien).

Natürlich war der Tag des Mauerfalls für uns alle ein sehr emotionales Erlebnis und bis heute genießen beide Seiten der Familie, dass wir uns sehen können, wann immer wir wollen. Immer noch werde ich nervös, wenn wir uns einer Landesgrenze oder der ehemaligen „DDR-Grenze“ nähern, suche nach den Pässen und hoffe, dass wir nicht kontrolliert werden. Für mich gibt es keine Alternative zum vereinten Europa und ich finde es sehr wichtig, diese Botschaft an die jüngere Generation weiterzugeben.

 





Zum Quilt:

Maschinen-genäht und gequiltet aus selbst gefärbten und gedruckten Stoffen. Couching und Maschinen-Applikation. Spitzen appliziert.
Der Quilt ist 120 cm lang und stellt ca. 120 Jahre (1900 – 2020) meiner Familiengeschichte dar, also pro Jahr 1 cm. Jede Person ist in etwa auf Höhe ihres Geburtsjahres dargestellt. Bei Martha und Hermann habe ich etwas geschwindelt, die sind eigentlich vor 1900 geboren. Den Reißverschluss kann man öffnen und damit die Teilung verdeutlichen.

Freitag, 26. April 2019

Gabi Fischer gewinnt...

...den 1. und 3. Preis beim Prague Patchwork Meeting

„Writing in Quilt“ war das Thema des internationalen Wettbewerbs beim 13. PPM in Prag, zu dem Gabi Fischer zwei Quilts einsandte und damit zwei Preise gewann. Wir gratulieren ganz herzlich zu diesem Erfolg!

Eigentlich war die Reise nach Prag diesmal nicht geplant – man kann ja nicht immer überall dabei sein. Als aber bei Barbara die Nachricht über die Gewinne eintraf, änderten sich die Pläne für’s Wochenende bei den beiden schnell: „Du hast gewonnen! Was ist, fahren wir hin? In einer Stunde geht der letzte Zug!“

Wie der Blitz machten sich Gabi und Barbara auf den Weg: das Wichtigste (u.a. eine Flasche Sekt und 2 Gläser…) in den Rucksack, 2 Fahrkarten gebucht, zum Bahnhof und los ging’s! Auf der fünfstündigen Fahrt mit dem „Alex“ von Freising nach Prag war noch genügend Zeit, ein Zimmer zu besorgen. Und Nähzeug hatten die fleißigen Schnipsis natürlich auch dabei, da wurde die Fahrt nicht langweilig!

Zum PPM nach Prag ist für die Beiden schon fast wie zu Verwandten fahren: man kennt die Wege, benutzt wie selbstverständlich die U-Bahn und trudelt dann im wohlbekannten Hotel ein. Am Sonntag traf man dann viele Bekannte, genoss die Ausstellungen und freute sich auf die Preisübergabe.

Der Transport der Bernina quer durch Prag war dann auch noch eine Herausforderung, aber: geschafft! Inzwischen schnurrt die Maschine schon in Gabis Studio und hat schon ein paar hundert Meter Faden verbraucht…



„Auf dem Weg“ stellt eine junge Frau dar, die sich mit ihrem Koffer auf den Weg ins Unbekannte gemacht hat. Eine steinige Straße, die durch ein enges Tal zwischen hohen, dunklen Bergen führt. Wohin sie führt, kann man nicht sehen. Ziel ist jedenfalls das Ende der Welt - das aber muss jeder für sich selbst definieren. Und der Weg wird dort auch nicht enden, wie der Text am linken Rand verrät: „Das Ende der Welt ist für Jeden woanders. Es kommt ganz darauf an, wo du stehst. Und wenn du einmal dort angekommen bist, wirst du sehen, dass es auch am Ende der Welt  immer noch weitergeht.“

Der Quilt wurde aus selbst gefärbten Baumwollstoffen mit der Maschine genäht und gequiltet, die Frauenfigur appliziert. Der Randstreifen ist aus einer Sammlung von Synthetiks, Seiden und Spitzen zusammengesetzt und intensiv mit der Maschine bestickt. Für die Schrift wurde rotes Häkelgarn in Couching-Technik aufgebracht.
Der Preis für diesen Quilt war eine Bernina 350PE Nähmaschine.

















































Mit dem Quilt „In 72 Tagen um die Welt“ wird die amerikanische Journalistin Nellie Bly porträtiert, die 1889/90 in 72 Tagen alleine, mit nur einem Kleid und einer Handtasche, die Welt mit öffentlichen Verkehrsmitteln umrundete. Auslöser für diese Reise war der Roman „in 80 Tagen um die Welt“ von Jules Verne, den die 25-jährige als Herausforderung ansah, das entgegen vielen Vorurteilen auch als Frau zu schaffen. Die Reise wurde zum Medienevent, von Millionen Amerikanern mit Spannung verfolgt. Im Anschluss veröffentlichte Nellie Bly eine Erzählung über ihre Reise. Später heiratete sie, wurde eine erfolgreiche Unternehmerin, engagierte sich sowohl durch ihre journalistische Arbeit als auch mit ihrem gesamten Vermögen für soziale Belange.
Der Quilt wurde aus selbst gefärbten Baumwoll- und Leinenstoffen mit der Maschine genäht und gequiltet und in verschiedenen Techniken bedruckt. Die Randstreifen sind in Collage-Technik aus Seide, Synthetik und Spitzen hergestellt. Die Frauenfigur wurde mit der Maschine appliziert und gestickt.
Für diesen Quilt gab es den 3. Preis, ein Set von Quiltschablonen der Firma iSew.

Freitag, 1. März 2019

Kalender Jahreszeiten - März

Sakura - Kirschblüte


Der Quilt stammt von Gabi Fischer. Sie schreibt dazu:
Meine liebste Jahreszeit ist der Frühling, weil da die Natur nach dem Winter zu neuem Leben erwacht. Ich bin eine begeisterte Pflanzen-Liebhaberin und vor allem mag ich natürlich schöne Blumen. Was liegt da näher, als sich der berühmten Kirschblüte in Japan zu widmen?



Als Hintergrund wollte ich selbst gefärbte Shibori-Stoffe verwenden. Die traditionellen Shibori-Stoffe sind ja in der Regel blau, was mir für mein Frühlings-Thema nicht so gut gefiel. Deshalb färbte ich meine Stoffe, nachdem ich sie in verschiedenen Shibori-Techniken vorbereitet hatte, in einem mittleren Grünton und verwendete sie als Hintergrund für den Mittelteil. Darauf habe ich noch einige Siebdruck-Motive aufgebracht.
Die Dame im Kimono stellt die japanische Dichterin Sei Shonagon dar. Sie wurde aus teilweise antiken Kimonostoffen mit der Maschine appliziert, das Gesicht in Maschinenstickerei gearbeitet. Den Obi ziert eine Kordel mit Obijime-Knoten. Der Kopfschmuck aus winzigen Kanzashi-Blüten war die größte Herausforderung des ganzen Quilts.


Der Kirschblütenzweig oben rechts besteht aus schwarzer Spitze, die Blüten wurden aus Satinstoff ausgeschnitten. Die beiden 3D-Pflaumenblüten sind über eine Pappschablone gearbeitet und mit Watte fest ausgestopft.




Die japanischen Schriftzeichen sind mit der Maschine gestickt und bedeuten Frühling, Kirschblüte, Knospen, grün und Vogelgesang. Links am Rand steht der Name der Dichterin.
Die Randstreifen wurden in Collage-Technik aus verschiedenen Seiden- und Synthetik-Stoffen und Spitzen hergestellt.
Gequiltet habe ich an einigen Stellen in Sashiko-Technik von Hand mit selbst gefärbtem Garn, ansonsten mit der Maschine.


„Sei Shōnagon entstammte der Gelehrtenfamilie Kiyohara, ihr Vater, Kiyohara Motosuke, zählte zu den 36 großen Dichtern des Landes; … Nach Eheschließung und Geburt eines Sohnes nahm sie 993, womöglich bereits geschieden, den Dienst am kaiserlichen Hof in Kyōto auf, als Hofdame der kaiserlichen Gattin Fujiwara no Sadako, gen. Kaiserin Teishi (976–1001), der Gattin des Kaisers Ichijō.
Äußerlich wohl nicht sonderlich attraktiv, glich sie diesen Mangel durch Anmut des Stils, Bildung und eine empfindsame Beobachtungsgabe aus, wie sie in ihrem Werk zum Ausdruck kommt. Zehn Jahre lang, von 1001 bis 1010, führte sie ein Tagebuch unter dem Titel makura no sōshi (Skizzenbuch unter dem Kopfkissen, dt. „Kopfkissenbuch“), das zu den Klassikern der japanischen Literatur zählt. Sei Shōnagon schildert darin im Stil der von ihr begründeten Zuihitsu-Literatur (wohin der Schreibpinsel führt) scheinbare Kleinigkeiten, eigene und fremde Erlebnisse, Alltagsgeschichten, selbst Klatsch vom Kaiserhof, der viel zum Verständnis der Kultur jener Zeit und zur spärlichen Biographie ihrer Hofdamen-Kollegin und Zeitgenossin, Murasaki Shikibu, beiträgt, der Verfasserin des Romans Genji Monogatari.“
(Quelle: Wikipedia)

Mittwoch, 6. Februar 2019

Tradition & Moderne XI

Im Haus der Geschichte Dinkelsbühl, dem Alten Rathaus, Segringer Str. 30, werden vom 2.-17.2. Quilts der Ausstellung Tradition & Moderne XI gezeigt.

Vergangenen Samstag fuhren einige Schnipsis in die historische Altstadt Dinkelsbühl, um traditionelle und moderne Quilts aufzuhängen.
      
Die Bandbreite reicht von riesengroßen Decken in historischen Mustern bis zu kleineren, zeitgenössischen Arbeiten, maschinen- oder handgenäht. Barbara Lange, auf dem Bild links, richtet das größte Exemplar im Flur der 2. Etage aus.








 



























"Nana", ein moderner Quilt, stammt von der Freisingerin Gabi Fischer. Er beschäftigt sich mit dem Wirken der Bildhauerin Niki de St. Phalle und spielt mit unzähligen Details.

Je länger man davor steht, desto mehr aussagekräftige Kleinigkeiten entdeckt man - ebenso etliche verschiedene Darstellungstechniken: Siebdruck, Stempeln, Patchwork, Quilten, um nur einige zu nennen.

Die Ausstellung soll schon auf die Patchworktage vom 30. Mai bis 2.Juni einstimmen.

Dienstag, 4. Dezember 2018

"Weibsbilder"

 von artTextil in Obertshausen

Im Juni des fast vergangenen Jahres wurde im alten Wasserturm in Dachau die Ausstellung „Weibsbilder“ des Textilkunstvereins artTextil gezeigt. Der überaus große Erfolg der Ausstellung mit ihren Pretiosen aus allen denkbaren Handarbeitstechniken sowie die guten Kontakte des Vereins zu vielen Textilkünstlerinnen in Deutschland und Europa führten nun dazu, dass die Ausstellung von Januar bis April noch einmal präsentiert werden kann. Und zwar im Museum der Deutschen Spitzengilde in Obertshausen bei Offenbach am Main.
Mit dabei sind fünf Quilts von den Schnipsis Margit Hettler, Gabi Fischer, Gonhild Murmann und Eva Wöhrl.

Montag, 2. Juli 2018

Kalenderblatt Juli 2018

Auf dem Weg










„Reise ans Ende der Welt“ war das Thema für den Wettbewerb 2017 in Val d’Argent. Das Thema hat zwei Aspekte: erstens, wo ist das Ende der Welt? Und zweitens, wie sieht die Reise aus?

Ich beschloss, mich erst mal auf das Ziel zu konzentrieren. Aber wo ist für mich das Ende der Welt? Neu Seeland? Die Antarktis? Die Tiefen der Meere? Das Ende der Atmosphäre? Oder doch das kleine Dorf am Waldrand, wo sich Fuchs und Hase „Gute Nacht“ sagen?

Man könnte das Ende der Welt auch zeitlich sehen, also den Untergang – nein, das war mir zu düster.

Aber ich stellte fest, dass ich keinen der Orte, über die ich nachdachte, wirklich als „Ende“ sehen konnte – nicht nur, weil die Welt eine Kugel ist. Ich sah die Reise als Metapher für alles, was wir im Leben machen. Jeder Weg, den wir einschlagen, führt erst mal ins Ungewisse, bringt Überraschungen und wirft Fragen auf. Und wenn wir am vermeintlichen Ziel sind, merken wir, dass hier nicht das Ende ist, sondern ein neues Ziel gesteckt werden muss. Nur, wenn wir uns auf die Reise machen, werden wir entdecken, wo der Weg hinführt.

Das Ende der Welt ist für Jeden woanders. Es kommt ganz darauf an, wo du stehst. Und wenn du einmal dort angekommen bist, wirst du sehen, dass es auch am Ende der Welt immer noch weitergeht.





















Zur Technik:
Das Hauptmotiv wurde aus handgefärbten Baumwollstoffen mit der Maschine genäht und gequiltet. Der Textstreifen besteht aus einer Sammlung von Seide und Synthetiks, alten und neuen Spitzen und Organza, mit der Maschine gequiltet. Für den Text wurde Viskose-Häkelgarn aufgenäht (Couching).



Füllung: Polyester; Quiltgarn: Madeira Rayon und Valdani Multicolor

Dienstag, 26. Juni 2018

Weibsbilder

Textilkunst-Ausstellung von ArtTextil Dachau


Die Ausstellungen von ArtTextil sind immer etwas Besonderes. Alle zwei Jahre veranstaltet der Dachauer Verein eine grandiose Werkschau seiner Mitglieder. Von Stickereien über Collagen, Quilts, Kalligraphie, Klöppelarbeiten bis hin zu Puppen und Rauminstallationen sind alle denkbaren Techniken vertreten – und zwar auf höchstem Niveau!

Der Aufstieg über insgesamt 127 Stufen bis zur obersten Etage des alten Wasserturms wird versüßt durch viele interessante „Fahnen“ im Treppenhaus – Collagen über „Frauen, die mich begeistern“. Thema der Ausstellung ist diesmal nämlich „Weibsbilder“.

Liebevoll präsentiert wird neben allen anderen Kunstwerken auch das „Dorf der Frauen“ (Foto links): eine originelle Interpretation von Stickquadraten aus Afghanistan. Im Dachgeschoss präsentieren die snipSISters aus Freising ihre „Advanced Girls“ (Foto ganz oben).

In allen Ecken der romantischen Räumlichkeiten kann man interessante Details entdecken und Geschichten über die unterschiedlichsten Frauen erfahren. Auf jeden Fall nimmt man viele Eindrücke und Inspiration mit nachhause. Das gilt übrigens auch für Männer!





















Es muss nicht immer ein Pullover sein.





Wer eine Pause für Augen und Beine braucht, kann sich bei Kaffee und selbst gebackenem Kuchen ausruhen und gleichzeitig Kontakte knüpfen.

Die Ausstellung ist noch von Do 28.6. bis So 1.7. jeweils von 11.00 bis 18.00 Uhr geöffnet. Eintritt 2.50€

Text und Fotos: Gabi Fischer
Flyer: http://www.arttextil.de/news/flyer-weibsbilder.pdf

Donnerstag, 31. Mai 2018

snipSISters beim Quiltfestival in Luxemburg 10. bis 13. Mai 2018

Inmitten der idyllischen Landschaft „Kiischpelt“ mit Schaf- und Kuhweiden, bunten Wiesen, dichten Wäldern, munteren Bächlein und winzigen Dörfern findet alle zwei Jahre das kleine aber feine Luxemburger Quiltfestival statt. Veranstalter ist eine der örtlichen Quiltgruppen mit zehn (!!!) Mitgliedern, an der Spitze Antoinette Lutgen-Lentz. Sie erkennt uns sofort nach den Fotos und begrüßt uns herzlich (in Bayern würde man sagen: wie wenn wir schon zusammen Schweine gehütet hätten), als wir nach neunstündiger Fahrt ankommen.

Wilwerwiltz

        Lellingen



Verteilt auf die Dörfer Wilwerwiltz, Enscherange, Lellingen und Pintsch gibt es 20 Ausstellungen von einheimischen und internationalen Künstler/-innen zu bewundern. Ausstellungsorte sind sämtliche verfügbaren Kirchen und Scheunen, die vorher mit vereinten Kräften geputzt und vorbereitet wurden, sowie das Gemeindezentrum und eine alte Mühle.

Ausstellung im Gemeindezentrum





















In diesem Jahr waren auch die snipSISters Evi, Gonhild und Gabi eingeladen, ihre „Advanced Girls“ auszustellen. Die Kirche St. Willibrord in Wilwerwiltz erweist sich als idealer Ausstellungsort – hell, geräumig und schlicht. Wir können unsere Arbeiten übersichtlich und mit ausreichend Abstand präsentieren.



   Die Atmosphäre auf dem Festival ist sehr entspannt und gemütlich. Die Besucher aus Luxemburg und den angrenzenden Ländern nehmen sich viel Zeit, die Quilts zu betrachten, das Gespräch mit den Quilterinnen zu suchen oder eine kleine Pause in der Sonne einzulegen. Damit sich die Aussteller auch untereinander treffen können, wurde ein gemeinsames Abendessen im Erlebnisbauernhof Robbesscheier organisiert. Diese Gelegenheit nutzten die Gäste aus Russland für eine kleine Modenschau.
Neben vielen traditionellen Arbeiten, die in den alten Scheunen z.T. äußerst dekorativ präsentiert wurden, beeindruckten die Krawatten-Objekte von Caroline Regaut (F), die Prachtgewänder von Marijke van Welzen (NL) und die Felsendarstellungen von Denise Labadie (USA) ebenso wie die mosaikartigen Stoffcollagen von Danny Amazonas (Taiwan) und eine zauberhafte Kollektion von Frauen-Darstellungen von Will Fritsma (NL). Die Arbeiten von Britta Ankenbauers Masterclass kamen in der alten Mühle sehr gut zur Geltung, und natürlich brachten wir auch wieder ein paar Stickquadrate aus Afghanistan mit nachhause.
      
Gruppe Hesper Patchwork (L)




         
Masterclass B. Ankenbauer      

Caroline Regaut       


Marijke van Welzen

            





























Danny Amazonas          





















Will Fritsma






















Dass uns der luxemburgische Ministerpräsident Xavier Bettel mit seiner Entourage in der Ausstellung besuchte und viele interessierte Fragen stellte, war nur einer der Höhepunkte unserer Quiltreise. Auf jeden Fall hat sich der weite Weg gelohnt! Gerne kommen wir in zwei Jahren wieder, um die freundlichen Menschen wieder zu treffen, die wir kennenlernen durften, und die Veranstaltung als Gäste zu genießen. Einer der Stoffhändler formulierte es bei der Abschlussveranstaltung sehr treffend: „Vielen Dank, dass wir immer zu Ihnen in Urlaub kommen dürfen und nebenbei Stoffe verkaufen!“

Die Veröffentlichung der gezeigten Arbeiten wurde ausdrücklich von den Urheberinnen erlaubt.

Sonntag, 29. Oktober 2017

Quiltausstellung in St. Petersburg

Kurotschka Rjaba

Jedes Jahr im Oktober wird unter diesem Titel in den Räumen des Kunstvereins in St. Petersburg eine große Quiltausstellung mit angeschlossenem Kunsthandwerkermarkt veranstaltet. Heuer waren die snipSISters aus Freising mit ihrer Ausstellung „Advanced Girls“ dort zu Gast. Wolfgang Eibisch, der seit vielen Jahren in Russland, im Baltikum und in anderen östlichen Ländern als „Quilt-Missionar“ unterwegs ist, hatte den Kontakt hergestellt und die Reise organisiert.

V.l.n.r.: Gonhild Murmann, Eva Wöhrl, Gabi Fischer, Wolfgang Eibisch



Sehr gespannt traten wir, Gonhild Murmann, Gabi Fischer und Eva Wöhrl, mit unseren Begleitern/-innen das Abenteuer an, sämtliche Quilts sorgfältig eingepackt in den größten Koffern, die wir finden konnten. Keine von uns war vorher schon einmal in Russland gewesen, von Sprachkenntnissen ganz zu schweigen. Trotzdem fanden wir uns in der Fünfmillionenstadt schnell zurecht, da die meisten Sehenswürdigkeiten, das Hotel und der Ausstellungsort im Stadtkern liegen. An vielen Stellen sind die Beschriftungen inzwischen auch in lateinischer Schrift, manchmal auch in Englisch angebracht. Das Angebot in Restaurants und Geschäften ist stark an Touristen angepasst. Auch die Reiseformalitäten, Visum und Zoll waren problemlos abgelaufen.


Für den Aufbau der Ausstellung war unter der Leitung der Kuratorin Natalia Merentzewa alles sehr gut vorbereitet worden. Wir hatten eine ganze Wand auf der Galerie des herrlichen Jugendstilsaales zur Verfügung. Für gutes Licht sorgte Tageslicht aus den großen Dachfenstern, am Abend ausreichende Beleuchtung. Auf der gegenüber liegenden Seite waren die Quilts der lettischen Gilde ausgestellt. Zu Ehren von Aina Muze, die großen Einfluss und eine starke Verbundenheit mit der russischen Quiltszene hatte, wurden auch einige Arbeiten von ihr gezeigt.
Im Erdgeschoss gab es eine Zusammenkunft von drei verschiedenen „Kimono“-Ausstellungen. Der Club Galumova aus St. Petersburg hatte sich ausführlich mit der japanischen Kultur auseinandergesetzt und eine wundervolle Kollektion von Quilts in Kimonoform hergestellt. Sie wurden jeweils durch eine bemalte Maske und einen textilen Kopfschmuck ergänzt. Besonders interessant war an diesen Arbeiten, wie sich der russische Stil mit dem japanischen verbinden konnte. Dem gegenüber standen die „Kimono“-Quilts von Pia Welsch in ihrem ganz persönlichen Stil, mit viel Maschinenstickerei und dreidimensionalen Elementen. Der dritte Teil waren handbedruckte historische Kimonos aus der Sammlung von Lana Letta.


Bild oben: Quilts von Gabi Fischer
Mitte: Gonhild Murmann
unten: Eva Wöhrl


In dem angegliederten Kunsthandwerkermarkt konnte man viele originelle und teilweise kunstvolle Produkte finden. Mit Kleidern aus Ecoprint-gefärbten Leinenstoffen wurde auch eine elfenhafte Modenschau inszeniert. Oksana Vinnichenko begeisterte mit filigranen Landschaftsbildern.
Es kamen sehr viele Besucher in die Ausstellung, die sich sehr für die technische Ausführung der Quilts und die künstlerische Gestaltung interessierten und häufig nachfragten. Zu dem von uns gewählten Frauenthema entstand anschließend im russischen sozialen Netzwerk eine kontroverse Diskussion. Die Sorgen und Probleme von Frauen sowie ihre gesellschaftliche Stellung in den unterschiedlichen Kulturen waren wohl in früheren Zeiten ähnlich gewesen, entwickelten sich aber im 20. Jahrhundert unterschiedlich.
Die Rückreise nach einer sehr interessanten Woche traten wir ohne unsere Quilts an – die reisen nämlich weiter nach Moskau zur „Grand Textil“ im November und zur Messe für Kunsthandwerk und Kunstgewerbe in Perm/Ural im Februar. Das Thema Russland wird uns also in nächster Zeit nicht loslassen. Wir würden uns auch sehr freuen, wenn ein Gegenbesuch der St. Petersburger Quilterinnen in Deutschland zustande käme.
Sollten Sie einmal nach St. Petersburg fahren wollen: die prächtige Herbstfärbung und die nächtliche Beleuchtung der Stadt im Oktober waren sehr beeindruckend. Viele bevorzugen aber den Juni/Juli mit den „weißen Nächten“, wenn es kaum dunkel wird und man die langen Abende genießen kann. Besondere Highlights der Besichtigungen waren für uns die großen staatlichen Museen. Die Eremitage mit dem Winterpalast ist an einem Tag nur auszugsweise zu schaffen (wir brachten es auf 10 Stunden!). Glücklicherweise konnten wir noch eine vielgelobte Sonderausstellung mit kürzlich restaurierten Zarengewändern bewundern – mit einer Führung durch Marina Blumin, der Textil-Expertin des Museums. Das Russische Museum ist eine riesige Kunstgalerie mit verschiedenen Sammlungen russischer und europäischer Gemälde, Porzellan und Textilien. Das Ethnographische Museum zeigt unzählige sehr abwechslungsreich präsentierte Trachten und Gebrauchsgegenstände sämtlicher Völker der ehem. Sowjetunion. Hier bekamen wir eine Führung mit der Leiterin des Museums, Frau Kalaschnikowa, und durften sogar die Schatzkammer mit kostbarem traditionellem Schmuck besichtigen. Entspannung nach dem ganzen Kunstgenuss kann man in einem der vielen Parks finden, z.B. im romantischen Sommergarten.

Dienstag, 1. November 2016

"Advanced Girls" im Elsass


Die Einladung zur Teilnahme am Internationalen Patchwork-Meeting im Val d'Argent, war eine echte Auszeichnung  für drei Mitglieder der Freisinger Quiltgruppe "Schnipsis". Denn das Meeting  zählt was Patchwork, Quilten und Textilkunst betrifft,  zu den prestigeträchtigsten Veranstaltungen in Europa. Vom 14. bis 18. September 2016 wurden zum 22. Mal an vier Orten des Val d'Argent über 30 Ausstellungen präsentiert. 


Ihre erste gemeinsame Ausstellung "Advanced Girls", freundlich unterstützt von BERNINA International, zeigten die "SnipSISters" Gabi Fischer, Gonhild Murmann und Eva Wöhrl im Hauptort Saint Marie aux Mine in der Chapelle St. Joseph.  


Die Besucher äußerten sich durchwegs begeistert von den ausgestellten Werken, die sich mit dem unerschöpflichen Thema "Frauen" befassten. 


Gabi Fischer greift weibliche Charaktereigenschaften und Talente auf, die sie mit berühmten Beispielen von Frauen in der Geschichte verknüpft.
 
Coco Chanel
Theophanu
                                                                             

Gonhild Murmanns Quilts handeln von klischeehaften Vorstellungen weiblicher Eigenschaften.


Frauen haben nichts anzuziehen
Bauchgefühl



Eva Wöhrl stellt Blumen mit Frauennamen dar, die als Symbol für verschiedene Gefühle und Charaktereigenschaften gelten.


Angelica
Camelia




"Fortgeschritten"  steht hier sowohl für die intensive Beschäftigung mit dem Thema und die sorgfältige Ausarbeitung der Quilts, als auch für die herausragenden Leistungen von Frauen in der Gesellschaft. 


Diese Ausstellung, ergänzt durch weitere Werke der "Freisinger Schnipsis", wird vom 16. bis 18. Dezember 2016 im "Alten Freisinger Gefängnis" präsentiert .