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Samstag, 29. Dezember 2018

Jahresende und "Der Jüngste Tag"

Noch kurz vor dem Jahreswechsel möchte ich mein Kalenderblatt mit dem Titel
 " Der Jüngste Tag" vorstellen.

Tja, wenn frau lesen könnte….Da habe ich das Protokoll wohl nicht so genau gelesen und war der Meinung, dass unser Thema für 2018 „das Ende der Welt“ hieß.

Da ich mich nicht recht für einen Ort entscheiden konnte (mir fielen zu viele ein), beschloss ich das Thema als temporäre Angabe aufzufassen und kam so zum „Jüngsten Tag“.

Mit meinen unzähligen Seiden, und  einigen selbstgefärbten Baumwollstoffen (in blau) habe ich versucht die Vorstellung eines Jüngsten Gerichtes über die guten, die weniger guten und die unvollkommenen  Menschenleben darzustellen, wie es uns in Texten der Bibel  vor Augen gestellt wird.

Der Unterstoff, auf den alle Streifen genäht sind, ist ein handgewebtes und durch kleine Ungleichmäßigkeiten recht lebendiges Bauernleinen, das die edle Seide „erdet“.

Wie der bekannte Buchtitel sagt, kommen die braven Mädchen in den (blauen) Himmel, die, die noch geläutert werden müssen, kommen in das munter flackernde Fegefeuer, das in allen Rottönen plus Pailletten schimmert und die Verdammten landen in der dunklen Hölle.

Diese drei „Orte“ habe ich durch Streifen mit offenen Kanten, die ausfransen dürfen, dargestellt. Schließlich handelt es sich um keinen statischen Zustand, sondern um fließende Übergänge.

Senkrecht getrennt, also "gerichtet", wird das Ganze durch den goldgelben Strahl aus gleichgroßen Quadraten in der Mitte, der aus der Höhe kommt und natürlich auch mal wieder als kleine Hommage an das bekannte Richterfenster gesehen werden darf (siehe meine Kalenderquilts von 2013 „fiat lux“ und 2016 „Gotteshaus“).

Hätte ich genau gelesen, hätte ich dem Kalenderquilt den Titel „Seidenstraße“ gegeben. Aber nun ist es, wie es ist und passt auch, denn der jüngste Tag von 2018 erscheint zweifelsohne in diesem Monat.
Und mit diesem letzten Post wünsche ich uns allen ein gelingendes Jahr 2019 !

Mittwoch, 1. August 2018

Kalenderblatt August 2018

Lands End


Die Frauenreise mit „Art Textil“ im Jahr 2017 führte uns nach Südengland. Und eines der Ziele war Lands End. Nach dem Besuch dieses zauberhaften Landstrichs war mir klar, dass ich mein Kalenderthema „Reise ans Ende der Welt“ gefunden hatte.


Anhand eines Fotos fertigte ich eine Bleistiftskizze als Grundlage für meinen Quilt. Diese vergrößerte ich auf Originalmaß und fertigte den Horizont, das Meer und die Wiesen am oberen Rand der Küste jeweils mit Rechtecken, die im Teppichschnitt zusammengesetzt wurden. Hierfür verwendete ich sowohl handgefärbte Baumwollstoffe als auch Bali Batiks.
Die felsige Küste ist mit japanischen grobstrukturierten Stoffen maschinenappliziert und mit aufgefilzter Wolle, Garnen und Stickstichen fast ein bisschen dreidimensional gestaltet.
Den oberen Rand der Küste säumen Blumenwiesen, die ich mit vielen centgroßen Stoffkreisen, Perlen, Stick- und Knötchenstichen dargestellt habe.

Montag, 2. Juli 2018

Kalenderblatt Juli 2018

Auf dem Weg










„Reise ans Ende der Welt“ war das Thema für den Wettbewerb 2017 in Val d’Argent. Das Thema hat zwei Aspekte: erstens, wo ist das Ende der Welt? Und zweitens, wie sieht die Reise aus?

Ich beschloss, mich erst mal auf das Ziel zu konzentrieren. Aber wo ist für mich das Ende der Welt? Neu Seeland? Die Antarktis? Die Tiefen der Meere? Das Ende der Atmosphäre? Oder doch das kleine Dorf am Waldrand, wo sich Fuchs und Hase „Gute Nacht“ sagen?

Man könnte das Ende der Welt auch zeitlich sehen, also den Untergang – nein, das war mir zu düster.

Aber ich stellte fest, dass ich keinen der Orte, über die ich nachdachte, wirklich als „Ende“ sehen konnte – nicht nur, weil die Welt eine Kugel ist. Ich sah die Reise als Metapher für alles, was wir im Leben machen. Jeder Weg, den wir einschlagen, führt erst mal ins Ungewisse, bringt Überraschungen und wirft Fragen auf. Und wenn wir am vermeintlichen Ziel sind, merken wir, dass hier nicht das Ende ist, sondern ein neues Ziel gesteckt werden muss. Nur, wenn wir uns auf die Reise machen, werden wir entdecken, wo der Weg hinführt.

Das Ende der Welt ist für Jeden woanders. Es kommt ganz darauf an, wo du stehst. Und wenn du einmal dort angekommen bist, wirst du sehen, dass es auch am Ende der Welt immer noch weitergeht.





















Zur Technik:
Das Hauptmotiv wurde aus handgefärbten Baumwollstoffen mit der Maschine genäht und gequiltet. Der Textstreifen besteht aus einer Sammlung von Seide und Synthetiks, alten und neuen Spitzen und Organza, mit der Maschine gequiltet. Für den Text wurde Viskose-Häkelgarn aufgenäht (Couching).



Füllung: Polyester; Quiltgarn: Madeira Rayon und Valdani Multicolor

Freitag, 1. Juni 2018

Kalenderblatt Juni 2018

Das Ende der Welt



"Für mich liegt das Ende der Welt ganz klar in den Tiefen der Ozeane. In
der undurchdringlichen Dunkelheit, verborgen vor dem menschlichen
Einfluss, stelle ich mir eine bunte und fantastische Welt voller Leben
vor. Diesen Gedanken finde ich unglaublich beruhigend und faszinierend
zugleich. Die Vorstellung, dass es auf unserer ausgebeuteten und
malträtierten Erde tatsächlich noch unberührte Natur geben könnte,
stimmt mich irgendwie hoffnungsvoll.
Unter allen fantastischen Tieren der Meere hat mich schon immer die
Qualle sehr interessiert. Auf den ersten Blick sieht sie harmlos aus,
wie sie scheinbar schwerelos durchs Wasser gleitet. Kaum zu glauben,
dass es Exemplare gibt, die sogar Menschen gefährlich werden können.

Die Stoffe meines Quilts sind handgefärbt, maschinengequiltet und mit
Perlen handbestickt."

Mittwoch, 2. Mai 2018

Kalenderblatt Mai 2018

"Reise ans Ende der Welt" - ein Thema, bei dem ich zuerst an "Weltende", an das "Ende 
der Welt" gedacht habe. Deshalb waren meine ersten Gedanken zu dem Thema eher
negativ. Als ich meinen Mann fragte, wie er sich die Reise ans Ende der Welt vorstellt,
meinte er, dass er an eine Reise ins Licht denkt. Und so entstand die Idee, einen Vogel
ins Licht fliegen zu lassen. Da Pflanzen und Blumen sowieso mein Thema sind, startet
er seine Reise aus dem Urwald heraus ins Licht.





Selbst gefärbte und bemalte Stoffe aus Baumwolle, Seide und Leinen sowie Applikationen
und Handstickerei sind für diesen Quilt verwendet worden. Außerdem  besuchen wieder
ein paar Käfer meinen Quilt.




Montag, 2. April 2018

Kalenderblatt April 2018

Seit ich im Vorstand der Patchwork Gilde Deutschland e.V. mitarbeite, hat sich mein eigener Arbeitsstil im Punkto Nähen geändert: Ich nähe mehr von Hand. Das liegt in erster Linie daran, dass ich so viel am Rechner sitze, dass ich dann, wenn ich Zeit habe, nicht vor der Nähmaschine sitzen möchte.  Das kam eher schleichend und unbewusst. Aber das ist ok.

Mein Lieblingsmuster ist das Penrose-Muster. Roger Penrose hat in den Siebziger-Jahren entdeckt, dass man mit diesen zwei Rauten (die eine hat einen 36° Winkel, die andere 72°) eine unendliche Parkettierung anfertigen kann. 
Unendliche Parkettierung heist: man kan ewig weitermachen, ohne dass sich das Muser jemals wiederholt. Voraussetzung ist, wie gesagt, man muss bei der Anordnung bestimmte Regeln einhalten. Das tue ich nicht. Ich drucke das Muster aus und suche nach Bereichen, die übergeordnete Linien erkennen lassen und nähe diesen Teilbereich. Die Stoffe sind handgefärbte Seide. 

Bei dem Schmetterling ist mir ein Fehler unterlaufen. Ursprünglich hatte ich vor, einen Monarchfalter auf den Quilt zu setzen. Oder vielleicht einen ganzen Schwarm. Im Laufe der Zeit gefiel mir die Idee nicht mehr und ich habe einen Greta Oto darauf gestickt - einen Glasflügelfalter. Im Kopf war es aber immer noch der Monarchfalter Quilt. Und so habe ich ihn dann bei dem Wettbewerb in Frankreich angemeldet. Unter dem Namen ist er auch angenommen worden und so wandert er im Moment durch die Welt. Mir gefällt die Vorstellung, dass überall auf der Welt Leute stehen, den Quilt betrachten und sich fragen, was der Titel wohl mit der Arbeit zu tun hat.

Donnerstag, 1. März 2018

Kalenderblatt März 2018

Japanische Vollmondnacht

 

Ursprünglich war ein ganz anderes Motiv geplant: Fische in der Antarktis, am Ende der Welt.

Als wir Schnipsis uns aber auf unserer alljährlichen Sommerreise nach Steingaden mit Shiboritechniken beschäftigten, ergab sich dieses Sujet wie von selbst.

Die Vollmondfläche wurde abgebunden, ebenso die Wellen.

Türkise, ebenfalls handgefärbte Streifen wurden dazwischengenäht. Auf diesen Patchworkstreifen quiltete ich mit der Maschine ein Schneckenmuster.

Die Shibori-Flicken wurden insgesamt mit der Hand gequiltet, zum Teil in der historischen Sashiko-Technik.

Ein Haiku von Ramona Linke vervollständigt das Bild.

Somit führte mich die Arbeit an dem Quilt ans andere "Ende der Welt", dem Thema unseres Kalenders.


Donnerstag, 1. Februar 2018

Kalenderblatt Februar 2018

Die Reise ans Ende der Welt ist nicht so mein eigentliches Thema - wenn dann schon eher "Lebensreise" oder "Veränderungen im Leben". Mich fasziniert, wie wir alle ein Rädchen im Getriebe des Lebens sind. Die einen laufen schnell, die anderen langsam, manche sind brandneu, die anderen abgenutzt. Alle zusammen spielen die Melodie, die wir "Leben" nennen. Und wie in einem Lied gibt es immer wiederkehrende Refrains, wo man meint, manches schonmal gesehen und gehört zu haben. Dennoch ist es wieder anders.
Auf jeden Fall ist es bunt. Und wenn es nach mir geht, fröhlich. Daher kam mein Quilt in den Februar. Ich wünsche allen einen schönen Fasching, Karneval oder Fastnacht!


Größe: 92 x 128 cm, handgefärbt Seide, maschinengenäht und -gequiltet, maschinenbestickt.

Dienstag, 2. Januar 2018

Kalenderblatt Januar 2018

Wir haben uns vorgenommen, dieses Jahr wieder unsere einzelnen Kalender-Blätter vorzustellen.
Das übergeordnete Thema war "Reise ans Ende der Welt" - das war das gleiche Thema, das für den Wettbewerb vom Carrefour de Patchwork im Elsass ausgeschrieben war. So konnte jede, die rechtzeitig zum Bewerbungsschluss fertig war, mit ihrem Quilt auch an dem Wettbewerb teilnehmen. Daher haben wr uns auch an deren Maß orientiert: 90 x  20 cm.

Den Januar hat Gonhild gestaltet.

   Insel der Ruhe

"Das Ziel einer Reise ans Ende der Welt ist für mich kein konkreter Ort, sondern ist überall dort wo Ruhe herrscht, die Hektik und Schnelllebigkeit des Alltags ausgeblendet sind. Dies habe ich versucht durch Form und Farbe des Kreises auszudrücken: Stille, Weite, befreit sein von äußeren Zwängen, Vorschriften und Erwartungen. Dagegen ist es rund um die Insel der Ruhe laut, hektisch, eng.                                         
Die Stoffe sind selbst gefärbt und mithilfe einer Gelatineplatte und Schablonen bedruckt.Gequiltet habe ich mit der Hand."