Dienstag, 1. Juli 2014

Kalenderblatt Juli

Das Kalenderblatt für den Monat Juli hat Evi Wöhrl gestaltet.
Es trägt den Titel "Lust auf Sonne".

Kalt und dunkel war es, als ich mir zum ersten Mal Gedanken darüber machte, was ich auf meinem Quilt zum Thema "Licht" für unseren diesjährigen Kalender darstellen wollte. Und die erste Idee, die ich dazu hatte war: SONNE und die Lust darauf, wieder ihre wärmenden Strahlen zu spüren. Da ich meistens sehr impulsiv und ohne großen Plan bzw. Entwurf arbeite, habe ich zuerst begonnen, vorhandene selbstgefärbte Stoffe für meinen Lichtquilt zusammenzusuchen. Mit diesen gelb-orangen Tönen wollte ich die Kraft und Energie der Sonne zum Ausdruck bringen. Die aufgenähten Perlen sollten meine Sonne noch zusätzlich strahlen lassen  und Wärme in die kalten Wintertage bringen. 
Und mittlerweile scheint sie ja wieder - die Sonne!


Abenteuer Genf

Das große Genfer Abenteuer, die Quiltausstellung Exposition Radiation, liegt nun hinter uns. Das Thema hat uns knapp zwei Jahre lang beschäftigt.
Damals entstand im Zuge der Vorbereitungen für die IRPA 2014, den 4. internationalen Kongress für Strahlenschutz, die Idee, im Konferenzzentrum Genf Quilts auszustellen. Den Hauptanteil der Ausstellung nähten die Quilterinnen der "Freisinger Schnipsis" und der "Freischerler", darüber hinaus noch eingeladene internationale Gäste aus 11 Ländern. Die Übersicht zeigt die teilnehmenden Personen.

Bereits vor der Anreise lag ein riesiger Berg Vorbereitung besonders in den Händen von Angelika Henrichs, die die Idee für diese Aktion hatte, und von Barbara Lange. Die beiden kümmerten sich um die Zollpapiere, um die Quilts in die Schweiz und wieder hinauszubringen. Dafür mussten jeweils drei Fotos von jedem Exponat geschossen und beim Zollamt vorgelegt werden. Bei der IHK wurden zuvor schon zwei Carnets erstellt, eines für jedes Transportfahrzeug.

Auf dem Weg mussten wir darauf achten, sowohl vom der europäischen als auch von der Schweizer Grenzwache Stempel einzuholen, dasselbe bei der Ausreise.

Dagegen ging der Ausstellungsaufbau im CICG, dem Genfer Kongresszentrum, reibungslos vonstatten. Das Foto zeigt die auseinandergerollten Quilts, die sich vor dem Aufhängen eine Nacht lang auf dem Boden liegend entspannen dürfen.

Die kleinen Kalender für unseren Kalender 2014 zum Thema "Licht" waren zuerst aufgehängt: an Magnethaken an der Metalldecke.

Die Organisatoren stellten ein System aus Stangen und Rohren zur Verfügung, dank dessen die Quilts frei im Raum schwebten. Meist hängten wir sie Rücken an Rücken auf, so dass nur wenige Rückseiten zu sehen waren - auf dem Bild v.l.n.r. Gonhild Murmann, Gabi Fischer und Margit Hettler beim Anbringen. Noch waren die Stangen in etwa 2,20m Höhe, was das Aufhängen erleichterte.
Sie wurden aber noch auf Deckenhöhe hochgezogen. Dadurch wirkte der große, lichtdurchflutete Raum trotz der vielen Quilts weiterhin offen und bot den Tagungsteilnehmern während der Konferenzpausen die Gelegenheit zur Erholung.

Dieses Angebot wurde gern genutzt. Es war uns eine Freude zu sehen, dass Wissenschaftler, also ein ganz anderes Publikum als auf Patchworkausstellungen für gewöhnlich anzutreffen ist, sich für unsere Quilts begeisterten, die wir zu ihrem Thema, dem Srahlenschutz, angefertigt hatten.


























Etliche Arbeiten befassten sich mit Themen der kosmischen Strahlung, wie der Quilt "A Star Is Born" von Evi Wöhrl. Hier hat mich fasziniert, wie die realen Sonnenstrahlen im Laufe des Tages die Ausstrahlung des Quilts veränderte, ihn zum Leuchten brachte.

Leider blieben dem großen Publikum die Rückseiten größtenteils verborgen, auf denen die Quiltlinien ganz anders wirkten als auf den Vorderseiten, wie zum Beispiel hier auf dem großen Quilt "Sun" von Rita Schaffer.

Trotz des immensen Aufwands war diese Aktion ein voller Erfolg, nicht zuletzt, weil das Patchworken und Quilten einem ganz neuen Publikum eröffnet wurde.


Die Ausstellung wird noch mehrmals zu sehen sein, zum Beispiel im September 2014 in Val d'Argent (F) beim Europäischen Patchworktreffen und im Apil 2015 beim Patchworktreffen in Prag.







Samstag, 7. Juni 2014

Exposition RADIATION

Bei unserem letztten Schnipsi-Treffen in dieser Woche haben wir die letzten Details besprochen. Wenn wir uns das nächste Mal sehen, fahren wir mit 2 Autos voller internationaler Quilts nach Genf, um dort die Ausstellung aufzubauen und zu betreuen.

Wir waren schon bei der Sichtung fremden Quilts, die Angelika und Barbara gesammelt haben, tief beeindruckt und freuen uns schon auf die Präsentation im Genfer Internationalen Konferenzzentrum.

Dort haben wir einen großen, hellen Raum mit viel Platz, um jeden Wandteppich wirken lassen zu können.







Ein kleiner Vorgeschmack zum Neugierigmachen:
"Radiation Protection Shield" von Barbara Lange





















"Pasture-Cow-Milk-Pathway" von Angelika Henrichs

































"Vergiß nicht Dich einzucremen" von Gabi Fischer



































"Lichtspektrum" von Ruth Lang



































last but not least
"Half Rotation" von Heidi Förster

Hier noch unsere Pressemitteilung:

Eine besondere Textilausstellung schlägt die Brücke zwischen Wissenschaft und Kunst.
Diese ungewöhnliche Verbindung wurde ermöglicht durch die Einladung des Deutsch-Schweizerischen Fachverbandes für Strahlenschutz.
Quilterinnen aus dem In-und Ausland wurden eingeladen, das Thema Strahlung aus ihrer künstlerischen Perspektive darzustellen. 80 Quilts und textile Objekte der deutschen Quiltgruppen Schnipsis, Freischerler und weiterer international bekannter Textilkünstlerinnen wurden eingereicht. Die Werke werden im Kongresszentrum von Genf den Tagungsteilnehmern und der Öffentlichkeit präsentiert.
Das umfassende naturwissenschaftliche Thema Strahlung inspirierte die Künstlerinnen zu Arbeiten über Aspekte von Urknall bis zum Ringbeschleuniger CERN.
Ort: CICG (Centre International de Conférence)
17, rue Varembé
CH-1211 Genf
Öffnungszeiten: 
21.6.: 14-18 Uhr
22.-27.6. : 8-18 Uhr
Info:quiltgeneva@gmail.com

Sonntag, 1. Juni 2014

Nacht - der Juni Quilt

"Nacht" heißt mein erster Quilt, den ich als Freisinger Schnipsi genäht habe. Das Anfertigen dieses Quilts war etwas ganz besonderes für mich, weil ich noch nie zuvor an einem Kunstquilt gearbeitet habe.


Kurz ein paar Worte darüber wie es dazu kam. Anfang des Jahres habe ich bei Art & Textil an einem Kurs zum Nähen von Cloth Dolls teilgenommen. Dort habe ich die wundervolle Margit Hettler kennen gelernt. Sie war, wie ich, eine Teilnehmerin im Kurs. Wir kamen ins Gespräch und ich erzählte, dass ich auch Quilts nähe. Und so ergab sich für mich die großartige Gelegenheit, bei den Freisinger Schnipsis mitzuwirken. Juhu!

Natürlich war ich super aufgeregt. Zum einen, weil die Kalenderausstellung vor der Tür stand und ich noch nie an einer Ausstellung teilgenommen habe, und zum anderen, weil die Exponate meiner Schnipsi Kolleginnen wirklich professionell sind und ich bisher immer nur just for fun genäht habe.

Die Ausstellung war eine superschöne Erfahrung für mich. Ich habe mich mit vielen  Besuchern sehr nett unterhalten. Es war wirklich toll und ich freue mich schon auf die nächste Ausstellung.




Es hat mir riesigen Spaß gemacht, an meinem Nacht-Quilt zu arbeiten, die passenden Stoffe dafür auszusuchen und die Falter anzufertigen.
Motten im Licht haben mich immer schon fasziniert - wie sie magisch vom Licht angezogen werden, ganz in Trance.

Ich wünsche allen eine gute Nacht.
Andrea Löffler

Sonntag, 25. Mai 2014

Fäden verbinden Frauen und Kulturen

Die Freisinger Schnipsis zeigen derzeit im Georgs Café in Freising ihre "Afghanistan-Quilts"

 




 

Inspirationsquelle für diese Arbeiten waren Handstickereien aus dem "Stickprojekt Laghmani" das seit 2004 von Pascal Goldenberg (Deutsch-Afghanische Initiative e.V.) geleitet wird. Mit diesem Projekt werden Frauen unterstützt und die Zusammenarbeit verschiedener Kulturen gefördert. Die Frauen sticken mit der Hand Unikate, die vom Verein in Europa verkauft werden. Dadurch tragen die Stickerinnen konkret zur Verbesserung der finanziellen Lage ihrer Familien bei.
Zu sehen sind diese Quilts vom 24. Mai bis 5. Juli 2014 im Georgs Café in Freising, Rindermarkt jeden Samstag von 10 bis 12 Uhr.
Die nächste Quilt-Ausstellung der Freisinger Schnipsis wird im Rahmen des Europäischen Kongresses für Strahlenschutz vom 22. bis 27. Juni 2014 in Genf gezeigt (StrahlenausstellungRadiationGenf.blogspot.de)


Sonntag, 11. Mai 2014

Fototermin

Stichtag für die Einsendung der Quilts, die in Genf bei der Strahlenausstellung zu sehen sein werden war der 1.Mai. Es war wie Weihnachten! Täglich trudelten Pakete ein und so kommen wir mittlerweile auf 80 Exponate - eins schöner als das andere!
Höchste Zeit, dass wir anfangen, für den Katalog zu fotografieren.
Angelika und Barbara haben sich Samstag getroffen und kurzerhand das Wohnzimmer von Barbara in ein Fotostudio umgewandelt.


Nacheinander wurden alle Quilts der internationalen Gäste aufgehängt und abgelichtet, danach kamen die anderen Arbeiten dran. ( Oben im Bild: "NAI TS‘UI " von der Spanierin Cecília González Desedamas )

Sechs Stunden Fotografieren - und wir sind noch nicht ganz fertig! Dazu kam die Dokumentation der einzelenen Stücke, was Angelika parallel übernommen hat.


Als nächstes wird unsere treue Seele Klaus die Bilder bearbeiten, dann müssen wir die Texte zu den einzelnen Arbeiten in Form bringen und den Katalog zusammenstellen - es ist noch ein langer Weg vor uns...

Donnerstag, 1. Mai 2014

Kalenderblatt Mai

Auch das Kalenderblatt für den Monat Mai gestaltete Gabi Fischer.

Sie schreibt dazu:

Photosynthese


Als das Thema „Strahlen“ und als Teil davon das Kalenderthema „Licht“ auf uns zukam, war für mich schnell klar, dass ich es von der wissenschaftlichen Seite her angehen will. Da ich eine große Pflanzen-Liebhaberin bin und auch Pflanzenbau studiert habe, fiel mir sofort die Photosynthese ein. Diese chemische Reaktion, bei der mit Hilfe von UV-Strahlung aus Kohlendioxid und Wasser Kohlenhydrate und Sauerstoff gebildet werden (noch dazu in winzigsten hochkomplizierten Pflanzenorganen), ist die Grundlage allen Lebens auf der Erde. Dieses Wunder der Natur hat mich schon immer fasziniert.
Die Grundstruktur des Quilts besteht aus einem „Erdboden“ im unteren Bereich und einem „Pflanzenspross“ mit Seitenteilen im oberen. Als Material wählte ich verschiedene selbstgefärbte (natürlich grüne) Stoffe und einen gekauften. Die größere Fläche rechts oben ist ein Schnee-gefärbter Stoff von Uta Lenk.
Darauf kamen mit Hilfe von Lesley Riley’s TAP Abbildungen aus einem alten Botanikbuch, chemische Formeln und Textfragmente aus alten Chemiebüchern in verschiedenen Schriftarten. Der Transfer hat bei diesen Stoffen gut funktioniert, nur bei den dunklen sieht man den Rand des Transfermediums relativ stark. Der Stoff wird schon etwas härter, was beim Quilt aber nicht so stört. Die Nadelstiche und Knicke sieht man schon deutlich in dem Material, ähnlich wie bei Wachs, d.h. man sollte sorgsam damit umgehen.
Schließlich habe ich eine Phantasiepflanze frei gequiltet und dabei die Blattformen mit verschiedenfarbigem Organza unterlegt.