Freitag, 24. August 2018

Indigo und Cochenille

Auf unserer alljährlichen Reise ins Allgäu beschäftigten wir uns diesmal hauptsächlich mit Färbungen. Am Samstag stand Indigo auf dem Plan.

Gespannt umlagern wir den großen Topf im Garten.


Indigofärbungen sind spannend. In der Brühe entsteht ein helles Frühlingsgrün auf dem Gewebe, das sich erst im Sonnenlicht zu dem typischen Blau entwickelt. Gern hätten wir den Prozess manchmal mittendrin aufgehalten, damit Reste dieses Grüns erhalten bleiben.
























Auf den Fotos wurde davon leider nichts eingefangen.

Der Sonntag gehörte der Cochenille-Färbung.
 

















Im Topf waberte ein leuchtendlila Sud, aus dem pinkrote Stoffe entstanden.



















Unsere Reisen ins Allgäu bilden immer den Höhepunkt des Jahres - von diversen Ausstellungen abgesehen.

Mittwoch, 1. August 2018

Kalenderblatt August 2018

Lands End


Die Frauenreise mit „Art Textil“ im Jahr 2017 führte uns nach Südengland. Und eines der Ziele war Lands End. Nach dem Besuch dieses zauberhaften Landstrichs war mir klar, dass ich mein Kalenderthema „Reise ans Ende der Welt“ gefunden hatte.


Anhand eines Fotos fertigte ich eine Bleistiftskizze als Grundlage für meinen Quilt. Diese vergrößerte ich auf Originalmaß und fertigte den Horizont, das Meer und die Wiesen am oberen Rand der Küste jeweils mit Rechtecken, die im Teppichschnitt zusammengesetzt wurden. Hierfür verwendete ich sowohl handgefärbte Baumwollstoffe als auch Bali Batiks.
Die felsige Küste ist mit japanischen grobstrukturierten Stoffen maschinenappliziert und mit aufgefilzter Wolle, Garnen und Stickstichen fast ein bisschen dreidimensional gestaltet.
Den oberen Rand der Küste säumen Blumenwiesen, die ich mit vielen centgroßen Stoffkreisen, Perlen, Stick- und Knötchenstichen dargestellt habe.

Montag, 2. Juli 2018

Kalenderblatt Juli 2018

Auf dem Weg










„Reise ans Ende der Welt“ war das Thema für den Wettbewerb 2017 in Val d’Argent. Das Thema hat zwei Aspekte: erstens, wo ist das Ende der Welt? Und zweitens, wie sieht die Reise aus?

Ich beschloss, mich erst mal auf das Ziel zu konzentrieren. Aber wo ist für mich das Ende der Welt? Neu Seeland? Die Antarktis? Die Tiefen der Meere? Das Ende der Atmosphäre? Oder doch das kleine Dorf am Waldrand, wo sich Fuchs und Hase „Gute Nacht“ sagen?

Man könnte das Ende der Welt auch zeitlich sehen, also den Untergang – nein, das war mir zu düster.

Aber ich stellte fest, dass ich keinen der Orte, über die ich nachdachte, wirklich als „Ende“ sehen konnte – nicht nur, weil die Welt eine Kugel ist. Ich sah die Reise als Metapher für alles, was wir im Leben machen. Jeder Weg, den wir einschlagen, führt erst mal ins Ungewisse, bringt Überraschungen und wirft Fragen auf. Und wenn wir am vermeintlichen Ziel sind, merken wir, dass hier nicht das Ende ist, sondern ein neues Ziel gesteckt werden muss. Nur, wenn wir uns auf die Reise machen, werden wir entdecken, wo der Weg hinführt.

Das Ende der Welt ist für Jeden woanders. Es kommt ganz darauf an, wo du stehst. Und wenn du einmal dort angekommen bist, wirst du sehen, dass es auch am Ende der Welt immer noch weitergeht.





















Zur Technik:
Das Hauptmotiv wurde aus handgefärbten Baumwollstoffen mit der Maschine genäht und gequiltet. Der Textstreifen besteht aus einer Sammlung von Seide und Synthetiks, alten und neuen Spitzen und Organza, mit der Maschine gequiltet. Für den Text wurde Viskose-Häkelgarn aufgenäht (Couching).



Füllung: Polyester; Quiltgarn: Madeira Rayon und Valdani Multicolor

Dienstag, 26. Juni 2018

Weibsbilder

Textilkunst-Ausstellung von ArtTextil Dachau


Die Ausstellungen von ArtTextil sind immer etwas Besonderes. Alle zwei Jahre veranstaltet der Dachauer Verein eine grandiose Werkschau seiner Mitglieder. Von Stickereien über Collagen, Quilts, Kalligraphie, Klöppelarbeiten bis hin zu Puppen und Rauminstallationen sind alle denkbaren Techniken vertreten – und zwar auf höchstem Niveau!

Der Aufstieg über insgesamt 127 Stufen bis zur obersten Etage des alten Wasserturms wird versüßt durch viele interessante „Fahnen“ im Treppenhaus – Collagen über „Frauen, die mich begeistern“. Thema der Ausstellung ist diesmal nämlich „Weibsbilder“.

Liebevoll präsentiert wird neben allen anderen Kunstwerken auch das „Dorf der Frauen“ (Foto links): eine originelle Interpretation von Stickquadraten aus Afghanistan. Im Dachgeschoss präsentieren die snipSISters aus Freising ihre „Advanced Girls“ (Foto ganz oben).

In allen Ecken der romantischen Räumlichkeiten kann man interessante Details entdecken und Geschichten über die unterschiedlichsten Frauen erfahren. Auf jeden Fall nimmt man viele Eindrücke und Inspiration mit nachhause. Das gilt übrigens auch für Männer!





















Es muss nicht immer ein Pullover sein.





Wer eine Pause für Augen und Beine braucht, kann sich bei Kaffee und selbst gebackenem Kuchen ausruhen und gleichzeitig Kontakte knüpfen.

Die Ausstellung ist noch von Do 28.6. bis So 1.7. jeweils von 11.00 bis 18.00 Uhr geöffnet. Eintritt 2.50€

Text und Fotos: Gabi Fischer
Flyer: http://www.arttextil.de/news/flyer-weibsbilder.pdf

Freitag, 1. Juni 2018

Kalenderblatt Juni 2018

Das Ende der Welt



"Für mich liegt das Ende der Welt ganz klar in den Tiefen der Ozeane. In
der undurchdringlichen Dunkelheit, verborgen vor dem menschlichen
Einfluss, stelle ich mir eine bunte und fantastische Welt voller Leben
vor. Diesen Gedanken finde ich unglaublich beruhigend und faszinierend
zugleich. Die Vorstellung, dass es auf unserer ausgebeuteten und
malträtierten Erde tatsächlich noch unberührte Natur geben könnte,
stimmt mich irgendwie hoffnungsvoll.
Unter allen fantastischen Tieren der Meere hat mich schon immer die
Qualle sehr interessiert. Auf den ersten Blick sieht sie harmlos aus,
wie sie scheinbar schwerelos durchs Wasser gleitet. Kaum zu glauben,
dass es Exemplare gibt, die sogar Menschen gefährlich werden können.

Die Stoffe meines Quilts sind handgefärbt, maschinengequiltet und mit
Perlen handbestickt."

Donnerstag, 31. Mai 2018

snipSISters beim Quiltfestival in Luxemburg 10. bis 13. Mai 2018

Inmitten der idyllischen Landschaft „Kiischpelt“ mit Schaf- und Kuhweiden, bunten Wiesen, dichten Wäldern, munteren Bächlein und winzigen Dörfern findet alle zwei Jahre das kleine aber feine Luxemburger Quiltfestival statt. Veranstalter ist eine der örtlichen Quiltgruppen mit zehn (!!!) Mitgliedern, an der Spitze Antoinette Lutgen-Lentz. Sie erkennt uns sofort nach den Fotos und begrüßt uns herzlich (in Bayern würde man sagen: wie wenn wir schon zusammen Schweine gehütet hätten), als wir nach neunstündiger Fahrt ankommen.

Wilwerwiltz

        Lellingen



Verteilt auf die Dörfer Wilwerwiltz, Enscherange, Lellingen und Pintsch gibt es 20 Ausstellungen von einheimischen und internationalen Künstler/-innen zu bewundern. Ausstellungsorte sind sämtliche verfügbaren Kirchen und Scheunen, die vorher mit vereinten Kräften geputzt und vorbereitet wurden, sowie das Gemeindezentrum und eine alte Mühle.

Ausstellung im Gemeindezentrum





















In diesem Jahr waren auch die snipSISters Evi, Gonhild und Gabi eingeladen, ihre „Advanced Girls“ auszustellen. Die Kirche St. Willibrord in Wilwerwiltz erweist sich als idealer Ausstellungsort – hell, geräumig und schlicht. Wir können unsere Arbeiten übersichtlich und mit ausreichend Abstand präsentieren.



   Die Atmosphäre auf dem Festival ist sehr entspannt und gemütlich. Die Besucher aus Luxemburg und den angrenzenden Ländern nehmen sich viel Zeit, die Quilts zu betrachten, das Gespräch mit den Quilterinnen zu suchen oder eine kleine Pause in der Sonne einzulegen. Damit sich die Aussteller auch untereinander treffen können, wurde ein gemeinsames Abendessen im Erlebnisbauernhof Robbesscheier organisiert. Diese Gelegenheit nutzten die Gäste aus Russland für eine kleine Modenschau.
Neben vielen traditionellen Arbeiten, die in den alten Scheunen z.T. äußerst dekorativ präsentiert wurden, beeindruckten die Krawatten-Objekte von Caroline Regaut (F), die Prachtgewänder von Marijke van Welzen (NL) und die Felsendarstellungen von Denise Labadie (USA) ebenso wie die mosaikartigen Stoffcollagen von Danny Amazonas (Taiwan) und eine zauberhafte Kollektion von Frauen-Darstellungen von Will Fritsma (NL). Die Arbeiten von Britta Ankenbauers Masterclass kamen in der alten Mühle sehr gut zur Geltung, und natürlich brachten wir auch wieder ein paar Stickquadrate aus Afghanistan mit nachhause.
      
Gruppe Hesper Patchwork (L)




         
Masterclass B. Ankenbauer      

Caroline Regaut       


Marijke van Welzen

            





























Danny Amazonas          





















Will Fritsma






















Dass uns der luxemburgische Ministerpräsident Xavier Bettel mit seiner Entourage in der Ausstellung besuchte und viele interessierte Fragen stellte, war nur einer der Höhepunkte unserer Quiltreise. Auf jeden Fall hat sich der weite Weg gelohnt! Gerne kommen wir in zwei Jahren wieder, um die freundlichen Menschen wieder zu treffen, die wir kennenlernen durften, und die Veranstaltung als Gäste zu genießen. Einer der Stoffhändler formulierte es bei der Abschlussveranstaltung sehr treffend: „Vielen Dank, dass wir immer zu Ihnen in Urlaub kommen dürfen und nebenbei Stoffe verkaufen!“

Die Veröffentlichung der gezeigten Arbeiten wurde ausdrücklich von den Urheberinnen erlaubt.

Mittwoch, 2. Mai 2018

Kalenderblatt Mai 2018

"Reise ans Ende der Welt" - ein Thema, bei dem ich zuerst an "Weltende", an das "Ende 
der Welt" gedacht habe. Deshalb waren meine ersten Gedanken zu dem Thema eher
negativ. Als ich meinen Mann fragte, wie er sich die Reise ans Ende der Welt vorstellt,
meinte er, dass er an eine Reise ins Licht denkt. Und so entstand die Idee, einen Vogel
ins Licht fliegen zu lassen. Da Pflanzen und Blumen sowieso mein Thema sind, startet
er seine Reise aus dem Urwald heraus ins Licht.





Selbst gefärbte und bemalte Stoffe aus Baumwolle, Seide und Leinen sowie Applikationen
und Handstickerei sind für diesen Quilt verwendet worden. Außerdem  besuchen wieder
ein paar Käfer meinen Quilt.




Montag, 2. April 2018

Kalenderblatt April 2018

Seit ich im Vorstand der Patchwork Gilde Deutschland e.V. mitarbeite, hat sich mein eigener Arbeitsstil im Punkto Nähen geändert: Ich nähe mehr von Hand. Das liegt in erster Linie daran, dass ich so viel am Rechner sitze, dass ich dann, wenn ich Zeit habe, nicht vor der Nähmaschine sitzen möchte.  Das kam eher schleichend und unbewusst. Aber das ist ok.

Mein Lieblingsmuster ist das Penrose-Muster. Roger Penrose hat in den Siebziger-Jahren entdeckt, dass man mit diesen zwei Rauten (die eine hat einen 36° Winkel, die andere 72°) eine unendliche Parkettierung anfertigen kann. 
Unendliche Parkettierung heist: man kan ewig weitermachen, ohne dass sich das Muser jemals wiederholt. Voraussetzung ist, wie gesagt, man muss bei der Anordnung bestimmte Regeln einhalten. Das tue ich nicht. Ich drucke das Muster aus und suche nach Bereichen, die übergeordnete Linien erkennen lassen und nähe diesen Teilbereich. Die Stoffe sind handgefärbte Seide. 

Bei dem Schmetterling ist mir ein Fehler unterlaufen. Ursprünglich hatte ich vor, einen Monarchfalter auf den Quilt zu setzen. Oder vielleicht einen ganzen Schwarm. Im Laufe der Zeit gefiel mir die Idee nicht mehr und ich habe einen Greta Oto darauf gestickt - einen Glasflügelfalter. Im Kopf war es aber immer noch der Monarchfalter Quilt. Und so habe ich ihn dann bei dem Wettbewerb in Frankreich angemeldet. Unter dem Namen ist er auch angenommen worden und so wandert er im Moment durch die Welt. Mir gefällt die Vorstellung, dass überall auf der Welt Leute stehen, den Quilt betrachten und sich fragen, was der Titel wohl mit der Arbeit zu tun hat.

Donnerstag, 15. März 2018

Schnipsis auf der QuiltArt in Nürtingen

Die Freisinger Schnipsis freuen sich, dass sie ihre Ausstellung "Blue and Friends" auf der QuiltArt in Nürtingen präsentieren könnnen. Schaut, wie schön die Quilts hängen! Das Video hat Frauke Schramm gemacht!

Offen vom 15. – 18. März 2018 in der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen (HfWU), jeweils von 10 bis 18 Uhr, und Kaffee und Kuchen gibt es auch !
Die Vernissage: Mittwoch, 14. März 2018, 19.00 Uhr.

Donnerstag, 1. März 2018

Kalenderblatt März 2018

Japanische Vollmondnacht

 

Ursprünglich war ein ganz anderes Motiv geplant: Fische in der Antarktis, am Ende der Welt.

Als wir Schnipsis uns aber auf unserer alljährlichen Sommerreise nach Steingaden mit Shiboritechniken beschäftigten, ergab sich dieses Sujet wie von selbst.

Die Vollmondfläche wurde abgebunden, ebenso die Wellen.

Türkise, ebenfalls handgefärbte Streifen wurden dazwischengenäht. Auf diesen Patchworkstreifen quiltete ich mit der Maschine ein Schneckenmuster.

Die Shibori-Flicken wurden insgesamt mit der Hand gequiltet, zum Teil in der historischen Sashiko-Technik.

Ein Haiku von Ramona Linke vervollständigt das Bild.

Somit führte mich die Arbeit an dem Quilt ans andere "Ende der Welt", dem Thema unseres Kalenders.


Donnerstag, 1. Februar 2018

Kalenderblatt Februar 2018

Die Reise ans Ende der Welt ist nicht so mein eigentliches Thema - wenn dann schon eher "Lebensreise" oder "Veränderungen im Leben". Mich fasziniert, wie wir alle ein Rädchen im Getriebe des Lebens sind. Die einen laufen schnell, die anderen langsam, manche sind brandneu, die anderen abgenutzt. Alle zusammen spielen die Melodie, die wir "Leben" nennen. Und wie in einem Lied gibt es immer wiederkehrende Refrains, wo man meint, manches schonmal gesehen und gehört zu haben. Dennoch ist es wieder anders.
Auf jeden Fall ist es bunt. Und wenn es nach mir geht, fröhlich. Daher kam mein Quilt in den Februar. Ich wünsche allen einen schönen Fasching, Karneval oder Fastnacht!


Größe: 92 x 128 cm, handgefärbt Seide, maschinengenäht und -gequiltet, maschinenbestickt.

Dienstag, 2. Januar 2018

Kalenderblatt Januar 2018

Wir haben uns vorgenommen, dieses Jahr wieder unsere einzelnen Kalender-Blätter vorzustellen.
Das übergeordnete Thema war "Reise ans Ende der Welt" - das war das gleiche Thema, das für den Wettbewerb vom Carrefour de Patchwork im Elsass ausgeschrieben war. So konnte jede, die rechtzeitig zum Bewerbungsschluss fertig war, mit ihrem Quilt auch an dem Wettbewerb teilnehmen. Daher haben wr uns auch an deren Maß orientiert: 90 x  20 cm.

Den Januar hat Gonhild gestaltet.

   Insel der Ruhe

"Das Ziel einer Reise ans Ende der Welt ist für mich kein konkreter Ort, sondern ist überall dort wo Ruhe herrscht, die Hektik und Schnelllebigkeit des Alltags ausgeblendet sind. Dies habe ich versucht durch Form und Farbe des Kreises auszudrücken: Stille, Weite, befreit sein von äußeren Zwängen, Vorschriften und Erwartungen. Dagegen ist es rund um die Insel der Ruhe laut, hektisch, eng.                                         
Die Stoffe sind selbst gefärbt und mithilfe einer Gelatineplatte und Schablonen bedruckt.Gequiltet habe ich mit der Hand."