Dienstag, 1. Januar 2019

Kalender Jahreszeiten - Januar

Schneeflöckchen

von Heidi Hombsch
Vorsicht: Der Text enthält Werbung - ich gebe eine Ideenquelle an.




Und schon ist ein Neues Jahr!
Angeregt von den Quilts von Paula Nadelstern gestaltete ich für unseren alljährlichen Kalender zum Thema "Jahreszeiten" ein Kaleidoskop. Ursprünglich habe ich etwas mit mir gehadert, dass ich es nicht ordentlich auf Papier genäht habe wie von Paula vorgeschlagen. Das änderte sich schlagartig, als mir aktuelle Makrofotografien von Schneeflocken aus Industriegebieten begegneten. Selten wiesen die eine auch nur annähernde Symmetrie auf.



Ich griff auf meine Sammlung blauer Stoffe zurück, etliche sind bei gemeinsamen Schnipsiaktionen entstanden, zum Beispiel die Sonnendrucke oder die Shiborifärbungen.



Zum Quilten nutzte ich die Perlenstickerei, um der Schneeflocke Struktur zu geben. Dabei nähte ich handgewickelte Glascabochons (die runden Scheibchen in der Bildmitte)  mit weißen Rocailles (kleinen Saatperlen) auf den Quilt.
Die Flächen füllte ich mit Quiltstichen z.B. in Shiboritechnik auf.

Nun, meine Liebe, wann kommst Du geschneit? Du wohnst in den Wolken...

Wir wünschen allen unseren Lesern ein heiteres und zufriedenes 2019!
Bis bald!






Samstag, 29. Dezember 2018

Jahresende und "Der Jüngste Tag"

Noch kurz vor dem Jahreswechsel möchte ich mein Kalenderblatt mit dem Titel
 " Der Jüngste Tag" vorstellen.

Tja, wenn frau lesen könnte….Da habe ich das Protokoll wohl nicht so genau gelesen und war der Meinung, dass unser Thema für 2018 „das Ende der Welt“ hieß.

Da ich mich nicht recht für einen Ort entscheiden konnte (mir fielen zu viele ein), beschloss ich das Thema als temporäre Angabe aufzufassen und kam so zum „Jüngsten Tag“.

Mit meinen unzähligen Seiden, und  einigen selbstgefärbten Baumwollstoffen (in blau) habe ich versucht die Vorstellung eines Jüngsten Gerichtes über die guten, die weniger guten und die unvollkommenen  Menschenleben darzustellen, wie es uns in Texten der Bibel  vor Augen gestellt wird.

Der Unterstoff, auf den alle Streifen genäht sind, ist ein handgewebtes und durch kleine Ungleichmäßigkeiten recht lebendiges Bauernleinen, das die edle Seide „erdet“.

Wie der bekannte Buchtitel sagt, kommen die braven Mädchen in den (blauen) Himmel, die, die noch geläutert werden müssen, kommen in das munter flackernde Fegefeuer, das in allen Rottönen plus Pailletten schimmert und die Verdammten landen in der dunklen Hölle.

Diese drei „Orte“ habe ich durch Streifen mit offenen Kanten, die ausfransen dürfen, dargestellt. Schließlich handelt es sich um keinen statischen Zustand, sondern um fließende Übergänge.

Senkrecht getrennt, also "gerichtet", wird das Ganze durch den goldgelben Strahl aus gleichgroßen Quadraten in der Mitte, der aus der Höhe kommt und natürlich auch mal wieder als kleine Hommage an das bekannte Richterfenster gesehen werden darf (siehe meine Kalenderquilts von 2013 „fiat lux“ und 2016 „Gotteshaus“).

Hätte ich genau gelesen, hätte ich dem Kalenderquilt den Titel „Seidenstraße“ gegeben. Aber nun ist es, wie es ist und passt auch, denn der jüngste Tag von 2018 erscheint zweifelsohne in diesem Monat.
Und mit diesem letzten Post wünsche ich uns allen ein gelingendes Jahr 2019 !

Dienstag, 25. Dezember 2018

Frohe Weihnachten

Für unsere diesjährige Schnipsi-Adventsfeier hatten wir verabredet, als Wichtelgeschenk eine kleine Tasche zu nähen, die wir dann auswürfeln, wer welche bekommt.




Die Täschlein sind wieder sehr unterschiedlich, aber alle schön, geworden. Das Würfelspiel wurde wie immer eine große Gaudi.

Wir wünschen allen unseren LeserInnen Frohe Weihnachten, eine ruhige, besinnliche, erholsame Zeit "zwischen den Jahren" und einen guten Rutsch ins Neue Jahr.

Dienstag, 4. Dezember 2018

"Weibsbilder"

 von artTextil in Obertshausen

Im Juni des fast vergangenen Jahres wurde im alten Wasserturm in Dachau die Ausstellung „Weibsbilder“ des Textilkunstvereins artTextil gezeigt. Der überaus große Erfolg der Ausstellung mit ihren Pretiosen aus allen denkbaren Handarbeitstechniken sowie die guten Kontakte des Vereins zu vielen Textilkünstlerinnen in Deutschland und Europa führten nun dazu, dass die Ausstellung von Januar bis April noch einmal präsentiert werden kann. Und zwar im Museum der Deutschen Spitzengilde in Obertshausen bei Offenbach am Main.
Mit dabei sind fünf Quilts von den Schnipsis Margit Hettler, Gabi Fischer, Gonhild Murmann und Eva Wöhrl.

Freitag, 24. August 2018

Indigo und Cochenille

Auf unserer alljährlichen Reise ins Allgäu beschäftigten wir uns diesmal hauptsächlich mit Färbungen. Am Samstag stand Indigo auf dem Plan.

Gespannt umlagern wir den großen Topf im Garten.


Indigofärbungen sind spannend. In der Brühe entsteht ein helles Frühlingsgrün auf dem Gewebe, das sich erst im Sonnenlicht zu dem typischen Blau entwickelt. Gern hätten wir den Prozess manchmal mittendrin aufgehalten, damit Reste dieses Grüns erhalten bleiben.
























Auf den Fotos wurde davon leider nichts eingefangen.

Der Sonntag gehörte der Cochenille-Färbung.
 

















Im Topf waberte ein leuchtendlila Sud, aus dem pinkrote Stoffe entstanden.



















Unsere Reisen ins Allgäu bilden immer den Höhepunkt des Jahres - von diversen Ausstellungen abgesehen.

Mittwoch, 1. August 2018

Kalenderblatt August 2018

Lands End


Die Frauenreise mit „Art Textil“ im Jahr 2017 führte uns nach Südengland. Und eines der Ziele war Lands End. Nach dem Besuch dieses zauberhaften Landstrichs war mir klar, dass ich mein Kalenderthema „Reise ans Ende der Welt“ gefunden hatte.


Anhand eines Fotos fertigte ich eine Bleistiftskizze als Grundlage für meinen Quilt. Diese vergrößerte ich auf Originalmaß und fertigte den Horizont, das Meer und die Wiesen am oberen Rand der Küste jeweils mit Rechtecken, die im Teppichschnitt zusammengesetzt wurden. Hierfür verwendete ich sowohl handgefärbte Baumwollstoffe als auch Bali Batiks.
Die felsige Küste ist mit japanischen grobstrukturierten Stoffen maschinenappliziert und mit aufgefilzter Wolle, Garnen und Stickstichen fast ein bisschen dreidimensional gestaltet.
Den oberen Rand der Küste säumen Blumenwiesen, die ich mit vielen centgroßen Stoffkreisen, Perlen, Stick- und Knötchenstichen dargestellt habe.

Montag, 2. Juli 2018

Kalenderblatt Juli 2018

Auf dem Weg










„Reise ans Ende der Welt“ war das Thema für den Wettbewerb 2017 in Val d’Argent. Das Thema hat zwei Aspekte: erstens, wo ist das Ende der Welt? Und zweitens, wie sieht die Reise aus?

Ich beschloss, mich erst mal auf das Ziel zu konzentrieren. Aber wo ist für mich das Ende der Welt? Neu Seeland? Die Antarktis? Die Tiefen der Meere? Das Ende der Atmosphäre? Oder doch das kleine Dorf am Waldrand, wo sich Fuchs und Hase „Gute Nacht“ sagen?

Man könnte das Ende der Welt auch zeitlich sehen, also den Untergang – nein, das war mir zu düster.

Aber ich stellte fest, dass ich keinen der Orte, über die ich nachdachte, wirklich als „Ende“ sehen konnte – nicht nur, weil die Welt eine Kugel ist. Ich sah die Reise als Metapher für alles, was wir im Leben machen. Jeder Weg, den wir einschlagen, führt erst mal ins Ungewisse, bringt Überraschungen und wirft Fragen auf. Und wenn wir am vermeintlichen Ziel sind, merken wir, dass hier nicht das Ende ist, sondern ein neues Ziel gesteckt werden muss. Nur, wenn wir uns auf die Reise machen, werden wir entdecken, wo der Weg hinführt.

Das Ende der Welt ist für Jeden woanders. Es kommt ganz darauf an, wo du stehst. Und wenn du einmal dort angekommen bist, wirst du sehen, dass es auch am Ende der Welt immer noch weitergeht.





















Zur Technik:
Das Hauptmotiv wurde aus handgefärbten Baumwollstoffen mit der Maschine genäht und gequiltet. Der Textstreifen besteht aus einer Sammlung von Seide und Synthetiks, alten und neuen Spitzen und Organza, mit der Maschine gequiltet. Für den Text wurde Viskose-Häkelgarn aufgenäht (Couching).



Füllung: Polyester; Quiltgarn: Madeira Rayon und Valdani Multicolor