Freitag, 14. Februar 2014

Große Ereignisse werfen ihre Strahlen voraus!

Heute habe ich den Newsletter des Europäischen Patchworktreffens in Val d'Argent bekommen und hab mich gefreut, dass unsere Strahlenausstellung so prominent angekündigt wird:
Das Bild zeigt einen Ausschnitt aus einer Arbeit von mir, das ganze Objekt wird aber erst bei der Ausstellung enthüllt!


« Strahlung », eine originelle Ausstellung, die Wissenschaft und Kunst verbindet

« Strahlung », eine originelle Ausstellung, die Wissenschaft und Kunst verbindet
Im « Espace Exposition » in Liepvre werden Sie die Gelegenheit haben, eine sehr interessante und noch nie in dieser Form konzipierte Ausstellung zu sehen, dessen Werke einzig dafür entworfen wurden, um das Thema des 4. Europäischen Umweltkongresses*, den « Strahlenschutz als wesentlichen Bestandteil der Sicherheitskultur » zu begleiten. Dieser Kongress findet in Genf (CH) im Juni 2014 statt.
Die deutschen Quiltgruppen « Freischerler » und « Schnipsis » sind dieser Einladung gefolgt, um diesem Thema eine künstlerische Note zu geben und haben auch internationale Textilkünstlerinnen eingeladen, die sich alle mit dem Thema der Entstehung und Anwendung von Strahlung beschäftigt haben.
Da diese Ausstellung vorerst einem wissenschaftlich ausgerichteten Publikum gewidmet ist, sind wir stolz diese zu zeigen, dessen Thema uns alle angeht.
* Dieser Kongress wird von der l'IRPA (International Radiation Protection Association), den ARRAD (Association Romande de Radioprotection) und den FS (Deutsch-Schweizerischer Fachverband für Strahlenschutz) organisiert.


http://www.patchwork-europe.com/actualites.php?language=DE#75

Samstag, 1. Februar 2014

Kalenderblatt Februar: FIAT LUX

Den Wandteppich für den Monat Februar hat Angelika gestaltet. Sie schreibt dazu:

Wie haben die Menschen des Mittelalters Licht in ihre Häuser und Kirchen gebracht?
Diese Frage stellte ich mir, als ich über die Umsetzung des Themas Licht in einen Quilt nachdachte.
Der Aufbruch der Wände in der Vertikalen durch die neu erfundene Konstruktion von Stützmauern machte es möglich, hohe, schlanke Fenster in die Gebäude einzufügen. Die Epoche der Gotik begann und löste den Stil der Romanik ab.
Das beeindruckendste Beispiel dafür ist für mich die Sainte Chapelle in Paris, in der die Fenster so stark leuchten, dass die Mauern sich im Licht aufzulösen scheinen. Dorthin zieht es mich bei jedem Paris Besuch.

In meiner Heimatstadt Köln liebe ich natürlich den gotischen Kölner Dom.

Neben vielen alten Fenstern gibt es dort seit ein paar Jahren ein riesiges, von Gerhard Richter geschaffenes modernes Fenster. Es besteht aus einfarbigen Glasquadraten, deren Farben nach dem Zufallsprinzip am Computer ausgewählt wurden. Bis heute sorgt dieses Fenster unter anderem wegen dieser Farbwahl für Diskussionen. 

Mich inspirierte es nun zu meinem Quilt „Fiat Lux“, also: „Es werde Licht“.
Dieses Zitat aus dem 1. Buch der Bibel, dem Buch Genesis, von der Erschaffung der Welt habe ich in die beiden Fenster meines Quilts mit gelben Quadraten eingefügt.

Im linken, in Blautöne gehaltenen Fenster findet sich senkrecht, das Wort „Fiat“, im rechten, roten Fenster das Wort „LUX“. Können Sie es lesen? Wer nämlich rot-grün blind ist, hat Schwierigkeiten diesen Farbkontrast zu erkennen. Sie können also beim Betrachten des Bildes gleichzeitig einen kleinen Sehtest machen.

Die Stoffe für die Fenster sind größtenteils selbst gefärbt. Gequiltet habe ich einige wenige Linien, die Lichtstrahlen andeuten sollen, die die Farbe des Glases auf die umgebende Wand projiziert.
In den Monat Februar passt der Quilt besonders gut. Am 2. Februar wird im Kirchenjahr das Fest „Mariä Lichtmess“ gefeiert. Die Altarkerzen für das ganze Jahr werden gesegnet. Die Tage, werden nun spürbar länger, das Licht besiegt die Dunkelheit des Winters.

Mittwoch, 1. Januar 2014

Neujahr 2014 - Kalenderblatt Januar

Frohes Neues Jahr 2014!

Wie in den vergangen 6 Jahren haben wir auch für 2014 einen neuen Kalender gestaltet, diesmal zum Thema "Licht". Und im kommenden Jahr werden wir immer zu Monatsanfang das jeweils aktuelle Kalenderblatt genauer vorstellen.

Zunächst einmal zum Thema Licht: Licht - und damit unsere Farbwahrnehmung - spielt ja in jeder Kunstart eine extrem wichtige Rolle, aber beim Patchwork bekommt das Licht noch zusätzlich Bedeutung durch das Quilten. Wenn wir die drei Stofflagen mit den Quiltstichen verbinden, entstehen Licht- und Schatten Strukturen, die man bei nicht-textilen Kunstformen in der Art nicht hat. Also gehen wir mit dem Thema Licht immer sehr sensibel um - gerade auch dann, wenn es darum geht, die Arbeiten in Ausstellungen zu beleuchten.

Aber das war nicht der eigentliche Grund, warum wir Licht zu unserem Leitthema für 2014 gewählt haben. Eigentlich ging es uns darum, eine Serie von Quilts zu schaffen, die wir unter den noch größeren Oberbegriff "Strahlung" bei der Strahlenschutzkonferenz in Genf im Juni 2014 ausstellen dürfen. Licht ist die einzige für uns sichtbare Form der Strahlung, und weil sie so offensichtlich ist, wollen wir dem Licht eine eigene Serie widmen. Daneben gibt es zahlreiche andere Strahlungsarten, die wir eben nicht sehen können, und mit denen werden uns in unserem Kalenderthema für 2015 beschäftigen. Aber 2014 jetzt erst mal LICHT!


Fumiko hat sich für ihren Quilt die Laterne ausgesucht. Eine sehr dekorative Art, das im Winter so wertvolle Licht zu schützen. Die Blöcke wurden alle mit der Maschine entweder direkt appliziert oder als Mola gearbeitet (also als Reversapplikation). Die weißen Linien wurden alle von Hand gequiltet.  Ich wünscht, ich hätte Bilder hier, die zeigen, wie minuziös sie diese Arbeit geplant hat: jeden einzelnen Block hatte sie aus schwarzem und gelben Tonpapier ausgeschnitten und sogar die Handquiltlinien darauf eingezeichnet. Der Entwurf selber war daher schon ein Kunstwerk für sich!
Die Motive sind alle an Mustern für traditionelle japanische Laternen angelehnt. In der esten Reihe sieht man Bambus und den Schatten eines Vogels, in der zweiten einen Vollmond mit Streifen, in der dritten Reihe Kirschblüten und in der vierten Reihe kleine Fenster und Blätter. Die Motive mit gelben Hintergrund sind jeweils aus Resten der vierten Reihe gestaltet worden. 
Normalerweise färbt Fumiko ihre Stoffe selbst, aber mit einem kleinen Kind ist das nicht immer möglich, also hat sie sich diesmal entschlossen, mit Stoffen von farbSTOFF zu arbeiten. Sie hat einie Male mit Heide Stoll-Weber hin und her gemailt und ihr Bilder von Origami-Farben geschickt, damit Heide genau das richtige Gelb für sie färbt und es hat hervorragend geklappt. Da Fumiko Bedenken hatte, nur mit zwei Farben zu arbeiten, hat sie sich für zwei Gelb-Schattierungen entschieden und Stoffe verwendet, die in sich abgetönt sind. Dadurch wirkt die Arbeit lebendiger und erzeugt den Eindruck von flackerndem Kerzenlicht.

Wir hoffen, dass das Jahr 2014 für all unsere Leser mehr Licht als Schatten bereithalten wird, und dass das Licht immer so schön verpackt daherkommen wird wie in Fumiko's Laterne!


Montag, 9. Dezember 2013

Russisches Patchwork Mosaik in Moskau


Nach meinem Abenteuer in St. Petersburg bin ich zwar nach Hause geflogen - aber meine Quilts blieben in Russland zurück und wurden nach Moskau gebracht, wo sie im Rahmen des Festivals "Russisches Patchwork Mosaik" ausgestellt wurde. Also habe ich mich ein zweites Mal auf die Schöckhen gemacht und bin nach Moskau geflogen, um das Festival zu erleben. Ein ausfühlicher Bericht  können Sie im BERNINA-Blog lesen, aber ein paar Bilder gibt es hier als Vorgeschmack.

Das Festival erstreckt sich über 6 Galerien, Museen und sogar einen Palast. Meine Stücke waren in der Galerie Belyaevo zu sehen. (Mit im Bild: Gül Laporte vom Europäischen Patchwork Treffen und Wolfgang Eibisch, ehem. BERNINA, jetzt Berater)




Ganz begeistert war ich von der Sogfalt, mit der die Angestellten der Galerie meine Arbeiten aufgehängt hatten. einer ragte sogar diagonal in den Raum hinein (wofür sie eigens eine Konstruktion errichtet haben) weil die Russen von der Verarbeitung der Rückseiten so beeindruckt waren, dass sie sie gerne zur Schau stellen wollten.




Abgerundet wurde die Ausstellung mit einem Vortrag darüber, wie ich Farben in meinen Quilts einsetzte - mein ganzer Stolz war, dass ich geschafft habe, da russische Untertitel einzufügen. Die Präsentation können Sie hier online sehen.




Am Tag vor meiner Abreise habe ich im dortigen Bernina Zentrum einen Kurs gehalten. Thema war das Fischgratmuster. Zu meiner Überraschung waren nicht alle Teilnehmerinnen im Kurs mit Patchwork vetraut und so hat et etwas länger gedauert, bis alle mit ihrem Stück fertig waren, aber es haben schließlich alle das Pensum geschafft.


Alles in Allem hat mir die Reise riesigen Spaß gemacht - vor allem die anderen Ausstellungen waren absolut sehenswürdig - aber dazu mehr auf dem Bernina-Blog!




Samstag, 19. Oktober 2013

Auf nach St. Petersburg!

Dieses Jahr hatte ich die einmalige Gelegenheit, eine Einzelausstellung in St. Petersburg zu präsentieren. 
Wolfgang Eibisch von Bernina hatte mich gefragt, ob ich Interesse hätte, dort meine Quilts zu zeigen. Keine Frage: natürlich wollte ich!
Das Festival Kurochka rjabaa ist noch sehr jung - dieses war das dritte Jahr - und findet alljährlich im Oktober in den Räumlichkeiten des Künstlerverbandes in St. Petersburg statt. Eine riesige Halle mit idealen Bedingungen:






















Meine Ausstellung hing oben auf der Gallerie - es ist schon etwas besonderes, wenn man seine ganzen Arbeiten alle auf einmal betrachten kann!























Die Resonanz war durchweg positiv - auch wenn die Kommunikation manchmal etwas schwierig ist. Aber dafür hatte ich Wolfgang dabei, der allzeit gerne bereit war, zu übersetzen.

Apropos Übersetzung:
Zusätzlich zur Ausstellung hatte ich zwei Kurse in St. Petersburg angeboten. Ich habe auf englisch unterrichtet und eine Dolmetscherin übersetzte jeden Satz ins Russische.  "Farbauswahl für Quilts" und "Digitalisieren von Stickmustern" sind beides keine einfachenThemen. Aber die Russinnen sind einfach fit, was nähen angeht und waren voll dabei:






















Im November wandert die Ausstellung nach Moskau weiter und ich werde wieder hinfliegen, um auch dort zu unterrichten - ich freu mich jetzt schon!

Mehr Bilder zu der Ausstellung und einen ausführlicheren Bericht gibt es hier! 

Freitag, 16. August 2013

Japanische Kalligrafie

Ein anderes Projekt im Allgäu war das Kalligrafieren japanischer Schriftzeichen. Dafür hatte Fumiko uns unsere Namen vorbereitet und einige Worte wie "Wald", "Garten" und so weiter.

Das obere Bild zeigt Angelika, auf dem unteren sind v.l.n.r. Margit, Barbara und Gabi zu sehen.

Dienstag, 13. August 2013

Blausonnen

Unser alljährlicher Ausflug ins Allgäu nach Steingaden liegt hinter uns. Wie jedes Jahr sind wir aufgetankt und voller neuer Eindrücke und Pläne wieder heimgefahren.

Dieses Jahr haben wir unter anderem das Blausonnen wiederholt.

Barbara hat fertig vorbereitete, chemikalien-getränkte Stoffstücke mitgebracht, die wir mit unterschiedlichen Materialien abgedeckt und in die pralle Sonne gelegt haben.

Besonders schön wurden Glasdurch-leuchtungen, wie Splitterbruch von Autoscheiben, Abfälle vom Perlenwickeln oder Nuggets.








Auch gepresste Pflanzenteile bringen gute Ergebnisse. Scharf abgebildet werden nur die Umrisse, die direkt auf dem Stoff aufliegen.

Schon ein kleiner Abstand bringt Unschärfe hinein.

Werden die Pflanzen mit einer Glasplatte abgedeckt, werden die Scheibenkanten mit abgebildet.

Nach der Belichtung werden die Stoffe in Zitronensäure ausgespült, dabei verlieren sich die Brauntöne.



Je nach Belichtungsdauer ergeben sich unterschiedliche Blautöne. Die variieren nicht nur in der Dunkelheit, sondern auch im Farbton, der mehr oder weniger Grünanteile im Blau aufweisen kann.

Das Foto zeigt zwei Stoffe, der linke wurde mit Glasnuggets uns Reiskörnern belichtet, der rechte mit Grassamenständen unter einer Glasplatte.