Freitag, 1. April 2022

Kalender 2022 Gegensätze - April


„Veggie con carne“ 

von Birgit Schrader

 


Meine Lieblingsbeschäftigung am Sonntagnachmittag ist die Durchsicht der Werbeblätter, die auf die Angebote der Supermärkte in der kommenden Woche hinweisen. 

Dabei fällt auf, dass zu Beginn in leuchtenden Farben die Fleisch- und Wurstsorten angepriesen werden, das Gemüse folgt dann meistens später. Diese Tatsache inspirierte mich, für den Kalender „Gegensätze“ etwas zu gestalten.
Die Stoffe sind zum größten Teil handgefärbt und maschinengenäht und -gequiltet.
Als Quiltmuster habe ich die Gabeln gewählt, da diese gut zum Thema Essen passen.
Die Gemüsevorlagen stammen aus dem Buch „Patchwork Gemüse“ von Ruth B. Mc Dowell.

Dienstag, 1. März 2022

Kalender 2022 - Gegensätze März

 

Bright and Dark – Atropa Belladonna

Eva Wöhrl




Atropa Belladonna, diese magische "Kirsche", bewegt sich wahrlich an der Grenze zwischen Licht und Dunkelheit. Sie ist giftig und gleichzeitig ein starkes Heilmittel. Sie löst sowohl erotische Bilder als auch Krampf- und Tobsuchtsanfälle aus. Sie kann erregen und lähmen. Sie macht hellwach und führt in einen tiefen Schlaf, sie ist eine bezaubernde Verführerin, aber manchmal führt sie auch zum Tod. Sie war bei Schamanen und Giftmördern beliebt. Sie war als Hexenpflanze bekannt und wurde für Kosmetika verwendet.

Meine Inspirationsquelle waren Heilpflanzen, weil sie oft negative und positive Eigenschaften in sich vereinen. Ich habe Reste von Paapje-Siebdruckstoffen und selbstgefärbten Baumwollstoffe verwendet. Blüten und Blätter sind von Hand appliziert und bestickt, ebenso wie die Pflanzen im Hintergrund.

 

Mittwoch, 2. Februar 2022

Kalender 2022 - Gegensätze Februar

Tatjana Czekalla

Farbe, Form, Faden …..

…..oder „Dreierlei von Gegensätzen“




Der erste Gegensatz ergibt sich offensichtlich durch die Farben Geld und Blau, welche im Gegensatz zueinanderstehen, aber doch miteinander harmonieren.


Den nächste Gegensatz ergibt sich durch die Formen Rund und Eckig. Hierzu hatte ich im Jahr 2019 einen Beitrag in der Patchwork Professionell gelesen und dies war meine Gelegenheit die Interleave-Technik auszuprobieren.


Und zu guter Letzt noch der Gegensatz bei Quilten. Ich habe im Kreis und dem Quader mit geraden Linien gearbeitet und im äußeren Bereich durch das Quilten das Thema der Kreise wieder aufgegriffen.



Mittwoch, 1. Dezember 2021

Kalender 2021 - Zeitreise Dezember

 Tatjana Czekalla

Uhrzeit


Dies ist mein erster Quilt für die Schnipsis und für mich war schnell klar, dass ich das Thema sehr wörtlich mit einer Uhr als Zeitmesser umsetzen wollte.

Wir kennen es alle, als Kind hat man alle Zeit der Welt und je älter man wird umso schneller vergeht gefühlt eine Woche, ein Monat und ein Jahr. Von Berufswegen muss ich immer sehr auf die Zeit achten und dieses Gefühl wollte ich mit meinem Quilt veranschaulichen: Am Anfang noch mit kleinen Schritten und dann geht es immer schneller, schneller und schneller, bis man die Zeit aus dem Auge verliert.



In diesem Sinne ein bisschen mehr Zeit für alle und ab und zu einfach versuchen innezuhalten 😊



Donnerstag, 11. November 2021

Kalender 2021 - Zeitreise November

 

Gonhild Murmann


Bauhaus



Gonhild schreibt dazu:

"Da mich die klare Farb- und Formensprache der Bauhausära sehr anspricht, war mir eine Zeitreise - speziell zu den Bauhausfrauen - wichtig.

Gropius als Bauhausgründer, Kandinsky, Feininger, Klee, Itten sind auch außerhalb der Bauhauslehre bekannte Künstlergrößen. Kaum bekannt dagegen die Bauhausfrauen, obwohl sie mit ihren Ideen und Arbeiten das Bauhaus maßgeblich beeinflusst und geprägt haben.

Gunta Stölzl und Anni Albers, die ich ausgewählt habe, sind nur zwei von ihnen. Sie wurden, wie die meisten Bauhausfrauen, in die Web- und Textilklassen ‘verbannt‘. Auch Anfang des 20. Jahrhundert galt Kunst noch als Männerdomäne in der Frauen allenfalls im Bereich Kunstgewerbe geduldet wurden.

In meinem Quilt stehen die abstrahierten Formen einerseits für den weiblichen Körper, erinnern aber auch an die kegelförmigen Figuren Oskar Schlemmers, und stehen für den „Rahmen" in dem die Bauhausfrauen agieren konnten.

Die linke Figur zeigt einen Teppichentwurf von Anni Albers, rechts einen Entwurf von Gunta Stölzl."

Freitag, 10. September 2021

Kalender 2021 - Zeitreise September

 Fumiko Kitagawa

 Neues im Alten

Unser japanisches Schnipsi-Mitglied Fumiko beteiligt sich auch nach ihrem Umzug nach Japan an der Gestaltung unseres jährliches Kalenders. Darüber freuen wir uns sehr.
Zum Thema Zeitreise griff sie auf ein altes gesticktes Alphabet zurück, in dem sie die Buchstaben n-e-w, englisch für "neu", rot betonte - und so das Neue im Alten fand.



Sonntag, 1. August 2021

Kalender 2021 - Zeitreise August

Quilt von Gabi Fischer

Westöstlicher Stammbaum

Meine „Zeitreise“ geht zurück zur Zeit des geteilten Deutschlands und zur Wiedervereinigung. Bei dem Thema fällt mir als erstes die Geschichte meiner eigenen Familie ein, die für viele Jahre durch die innerdeutsche Grenze in zwei Teile geteilt war. Zuerst waren gar keine gegenseitigen Besuche möglich. Als ich klein war, durften wir „Westler“ dann mit dem Zug zu unseren Verwandten fahren, nachdem vorher eine Unmenge von Formalitäten zu erledigen war. Ich erinnere mich an schier endlose nächtliche Zugfahrten in ein Land, das mir fremd war. Ein Gegenbesuch der Verwandten bei uns war noch nicht möglich.

In den Siebzigerjahren durften wir dann mit dem Auto fahren. Immer noch waren viele Dokumente zu beschaffen, die Familie wurde mit neuen Klamotten ausgestattet und das Auto mit Geschenken vollgepackt: viele Dinge, die es „drüben“ nicht zu kaufen gab und auf den Wunschlisten meiner Tanten und Cousins standen („Es jibt ja nüscht!“). Manches war allerdings nicht erlaubt, z.B. Bücher.
Die Grenzkontrollen waren immer sehr aufregend, meine Mutter den Tränen nah. Alles wurde genau untersucht, das Waschmittelpaket geröntgt und immer wieder die Papiere genau studiert. Man musste auch eine bestimmte Menge D-Mark in DDR-Mark umtauschen, für die man aber kaum Verwendung hatte. Der Aufenthalt bei den Tanten war aber immer sehr herzlich und voller Kuchen und Leberwurstbrote. Der Westbesuch war natürlich eine willkommene Abwechslung im DDR-Alltag.

Mit der Zeit wurden die Reisebeschränkungen etwas gelockert, Rentner durften in den Westen reisen, und meine Cousins durften zu meiner Hochzeit kommen (allerdings ohne Familien).

Natürlich war der Tag des Mauerfalls für uns alle ein sehr emotionales Erlebnis und bis heute genießen beide Seiten der Familie, dass wir uns sehen können, wann immer wir wollen. Immer noch werde ich nervös, wenn wir uns einer Landesgrenze oder der ehemaligen „DDR-Grenze“ nähern, suche nach den Pässen und hoffe, dass wir nicht kontrolliert werden. Für mich gibt es keine Alternative zum vereinten Europa und ich finde es sehr wichtig, diese Botschaft an die jüngere Generation weiterzugeben.

 





Zum Quilt:

Maschinen-genäht und gequiltet aus selbst gefärbten und gedruckten Stoffen. Couching und Maschinen-Applikation. Spitzen appliziert.
Der Quilt ist 120 cm lang und stellt ca. 120 Jahre (1900 – 2020) meiner Familiengeschichte dar, also pro Jahr 1 cm. Jede Person ist in etwa auf Höhe ihres Geburtsjahres dargestellt. Bei Martha und Hermann habe ich etwas geschwindelt, die sind eigentlich vor 1900 geboren. Den Reißverschluss kann man öffnen und damit die Teilung verdeutlichen.